
In Baden-Württemberg nimmt die neu eingerichtete Landesagentur für die Zuwanderung von Fachkräften Gestalt an. Migrationsministerin Marion Gentges (CDU) gab in Stuttgart bekannt, dass erste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Agentur bereits im Einsatz sind und weitere in naher Zukunft folgen werden. Insgesamt sind 55 neue Stellen für die Agentur vorgesehen, deren genaue Besetzungszahlen jedoch noch nicht veröffentlicht wurden. Die Agentur soll als Katalysator fungieren und Unternehmen sowie Fachkräfte dabei helfen, die notwendigen Verfahren effizient und unkompliziert abzuwickeln. „Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag, um dem Fachkräftemangel gezielt zu begegnen“, so Gentges.
Die Agentur wird bei den Regierungspräsidien Karlsruhe und Stuttgart angesiedelt. In Stuttgart wird sich die Behörde um Verfahren für Gesundheits- und Pflegeberufe kümmern, während Karlsruhe für alle anderen Berufsgruppen zuständig ist. Diese neue Institution tritt nicht vollständig in Konkurrenz zu den bestehenden Ausländerbehörden, sondern ergänzt deren Arbeit im Rahmen des beschleunigten Fachkräfteverfahrens. Derzeit liegt der Schwerpunkt der Aufbauarbeiten auf der Abstimmung mit den beteiligten Stellen sowie der Errichtung einer Homepage. Besonders im Fokus stehen die Einrichtung einer Online-Antragsstrecke und die Entwicklung eines IT-Systems. Zudem forderte Claus Paal, der Chef der IHK Region Stuttgart, mehr Tempo beim Aufbau der Agentur: „Wir haben lange darauf gewartet. Klar ist aber auch, dass wir keine Zeit mehr verlieren dürfen, um erst langsam einen Apparat aufzubauen.“
Wichtige Schritte zur Fachkräfteeinwanderung
Auch die Justizministerin betonte die Bedeutung der neuen Struktur: „Mit der Landesagentur für die Zuwanderung von Fachkräften wollen wir ausländischen Fachkräften unkompliziert und schneller die Einreise ins Land ermöglichen und damit auch den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg stärken.“ Dazu wird die Agentur nicht nur das beschleunigte Fachkräfteverfahren durchführen, sondern auch Beratungsgespräche für Arbeitgeber zur Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse anbieten. Die Bearbeitung soll hierbei grundsätzlich digital erfolgen.
Die Agentur wird mit anderen Behörden wie der Bundesagentur für Arbeit und Berufsanerkennungsstellen zusammenarbeiten, um einen zentralen Ansprechpartner für Arbeitgeber zu schaffen. Dies ist besonders vorteilhaft für Unternehmen mit mehreren Standorten in Baden-Württemberg, die von einheitlichen Entscheidungen profitieren können.
Um die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt zu bewältigen, ist Baden-Württemberg auf die Zuwanderung von Fachkräften angewiesen. Laut einem Bericht der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit wurden in 2023 rund 224.000 offene Stellen in dem Bundesland gemeldet. Über die genauen Starttermine der neuen Agentur, die die erforderlichen Mitarbeitenden benötigt, wurde noch keine offizielle Aussage getroffen.