
Die Ostseestaal GmbH & Co. KG hat einen bedeutenden Auftrag von der Hafenprojektgesellschaft Helgoland mbH erhalten. Gemäß der Ostsee Zeitung steht die Entwicklung und der Bau einer vollelektrischen Fähre im Mittelpunkt, die die Verbindung zwischen Helgoland und der Nebeninsel Düne übernehmen soll. Diese neue Elektro-Solar-Fähre wird die seit 1997 betriebene „Witte Kliff“ ersetzen.
Mit einer Länge von 15,2 Metern und einer Breite von 5,6 Metern bietet die Fähre Platz für bis zu 95 Passagiere. Darüber hinaus wird sie emissionsfrei und vollelektrisch betrieben und verfügt über eine Batteriebank mit einer Kapazität von 1175 kWh sowie zwei Antriebsleistungen von jeweils 125 kW. Ihre maximale Fahrtgeschwindigkeit beträgt zehn Knoten. Die Bauzeit der neuen Fähre ist auf ein Jahr angesetzt, und Ostseestaal sowie deren Tochterunternehmen Ampereship haben bereits 22 Elektro-Solar-Schiffe für verschiedene Einsatzzwecke erfolgreich entwickelt.
Innovationen im Fährenbau
Der Bau der neuen Dünenfähre ist Teil einer breiteren Innovationsstrategie der Ostseestaal, die sich von einem Zulieferbetrieb zu einem Systemlieferanten gewandelt hat. Laut Ostseestaal förderten Ingenieure des Unternehmens seit 2012 die Entwicklung emissionsfreier Schifffahrt. Ampereship wurde als Spin-off gegründet, um sich auf den Markt für Elektro-Solar-Schiffe zu konzentrieren, und hat bereits mehrere Fähren in Dienst gestellt, darunter eine in Rostock.
Die Rostocker Fähre, eine vollelektrische Lösung, pendelt auf einer Strecke von 0,5 km und ist mit einem modernen Katamaran-Rumpf aus Stahl ausgestattet. Sie kann bis zu 80 Personen sowie 15 Fahrräder transportieren. Ihre Antriebstechnologie umfasst zwei 45-kW-Ruderpropeller und 36 Solarmodule auf dem Dach, die die Batterie aufladen. Im Sommer kann die Fähre bis zu 12 Stunden betrieben werden, während sie im Winter über einen Landanschluss aufgeladen werden kann.
Nachhaltigkeit in der Schifffahrt
Neben den technischen Aspekten spielt auch die Nachhaltigkeit eine entscheidende Rolle. Das EU-weite TrAM-Projekt unterstützt die Entwicklung modularer Fähren, um den Bau von Schiffen effizienter zu gestalten, wie die Fraunhofer IEM berichtet. Das Projekt strebt an, durch die Wiederverwendbarkeit von Bausteinen die Entwicklungs- und Produktionskosten signifikant zu senken.
Diese Fortschritte in der maritimen Technologie sind nicht nur für die Unternehmen von großer Bedeutung, sondern tragen auch zur Reduzierung von CO2-Emissionen bei. So kann die neueste Elektro-Fähre Medstraum, die in Norwegen im Einsatz ist, beispielsweise jährlich 1500 Tonnen CO2 einsparen. Solche Entwicklungen verdeutlichen den Wandel in der Schifffahrt hin zu umweltfreundlicheren Lösungen.
Die Ostseestaal GmbH und Ampereship positionieren sich somit an der Spitze der europäischen Schifffahrtsinnovation, indem sie emissionsfreie und nachhaltige Lösungen in der Schifffahrt vorantreiben.