
Ein schwerer Unfall ereignete sich auf der Autobahn 70 bei Harsdorf, Landkreis Kulmbach, als ein 25-jähriger Fahrer ohne gültigen Führerschein und unter Alkohol- und Drogeneinfluss unterwegs war. Dieses aufrüttelnde Ereignis wirft erneut Fragen zur Verkehrssicherheit und den Gefahren des Fahrens unter Drogeneinfluss auf. Die beiden Insassen des Fahrzeugs, der Fahrer selbst und sein 22-jähriger Beifahrer, wurden bei dem Vorfall verletzt, mussten sich jedoch selbst aus dem stark beschädigten Auto befreien.
Der Fahrer war mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs. Die regennasse Fahrbahn spielte ebenfalls eine entscheidende Rolle, als das Fahrzeug von der Straße abkam und sich überschlug. Die beiden jungen Männer erlitten Prellungen, Schnittwunden und Knochenbrüche und erlitten einen Sachschaden von etwa 20.000 Euro. Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung, Gefährdung im Straßenverkehr, Trunkenheit im Verkehr und Fahren ohne Fahrerlaubnis laufen bereits.
Alkohol und Drogen als Unfallursachen
Der Vorfall ist ein weiteres Beispiel für die Gefahren, die mit dem Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss verbunden sind. Laut den Angaben von Verkehrswacht Bayern sind Verkehrsunfälle unter dem Einfluss von Rauschmitteln eine der Hauptunfallursachen, insbesondere was die Schwere der Unfälle betrifft. Im Jahr 2020 wurden in Bayern 4.463 Unfälle durch Alkoholbeeinflussung und 560 durch Drogeneinwirkung registriert.
Das Bewusstsein für diese Problematik ist in den letzten Jahren gewachsen. Bayerische Verkehrswachten verfolgen die Strategie der Aufklärung und Prävention, insbesondere bei jungen Fahrern im Alter von 18 bis 25 Jahren. Seit 1985 läuft die „Ostbayerische Verkehrssicherheitsaktion“, die darauf abzielt, die hohe Zahl von Unfällen durch Alkoholbeeinflussung zu reduzieren. Hierbei arbeiten Institutionen wie der ADAC, TÜV SÜD und Polizeipräsidien zusammen, um auf die Gefahren von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr hinzuweisen.
Weitere Risikofaktoren im Straßenverkehr
Ein weiterer Faktor, der die Verkehrssicherheit beeinflusst, ist Ablenkung. Über die Hälfte der Autofahrer gab an, durch unterschiedliche Ablenkungen in gefährliche Situationen geraten zu sein. Rund jeder vierte schwere Unfall wird durch Unaufmerksamkeit oder Ablenkung verursacht. Dies geht über den Handykonsum hinaus und umfasst auch Gespräche mit Beifahrern und alltägliche Handlungen wie Essen oder Trinken.
Um auf diese Risiken aufmerksam zu machen, werden an verschiedenen Schularten in Bayern Vorträge zu den Themen „Alkohol, Drogen und Ablenkung“ angeboten. Darüber hinaus führt die Verkehrswacht erlebnisorientierte Veranstaltungen durch, bei denen Simulatoren und praktische Elemente zur Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer eingesetzt werden.
Die aufkommenden Fragen zur Verkehrssicherheit verdeutlichen die Notwendigkeit einer verstärkten Aufklärung und Prävention in der Gesellschaft, um tragische Vorfälle wie den jüngsten Unfall bei Harsdorf zu verhindern.