
Am 12. und 13. Februar 2025 finden die 21. Frankfurter Medienrechtstage an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) statt. Diese jährliche Veranstaltung widmet sich in diesem Jahr dem wichtigen Thema der freien Wahlberichterstattung und den damit verbundenen Bedrohungen. Die Eröffnung erfolgt am Mittwoch, den 12. Februar, um 10 Uhr durch die Professoren Benjamin Lahusen und Johannes Weberling. Expertinnen und Experten aus Deutschland, den USA und Südosteuropa werden als Teilnehmer erwartet, um einen internationalen Austausch über zentrale Herausforderungen für die Demokratie zu gewährleisten.
Ein zentrales Anliegen der Medienrechtstage ist die Diskussion über Desinformation und Propaganda. Diese Themen sind besonders relevant in Anbetracht der Schwierigkeiten, die viele Demokrationen zurzeit im Bereich der Medienfreiheit und der Informationsvermittlung erfahren. Denn Desinformation spielte während des US-Präsidentschaftswahlkampfes 2024 eine bedeutende Rolle, indem sie Wählermeinungen und Kandidatenwahrnehmungen stark beeinflusste, wie [Brookings] berichtet. Falsche Geschichten und manipulative Inhalte, die über soziale Medien verbreitet wurden, sorgten für ein verzerrtes Bild der Realität und trugen zur Unsicherheit bei den Wählern bei.
Programm und Schwerpunkt der Veranstaltung
Das Programm der Medienrechtstage umfasst verschiedene Diskussionsrunden, die sich mit der Rolle der Medien in Wahlkämpfen und dem Umgang mit Desinformation befassen. So steht am ersten Tag um 10:45 Uhr eine Gesprächsrunde über den US-Präsidentschaftswahlkampf 2024 auf der Agenda. Um 12:00 Uhr wird der Fokus auf Wahlen und Propaganda in Südosteuropa gelegt, gefolgt von einer Diskussion über die Rolle der Landesmedienanstalten und gegenwärtige Herausforderungen im Bundestagswahlkampf. Am zweiten Tag wird das Thema der Informationsmanipulation durch große Tech-Unternehmen behandelt und Erfahrungen aus Südosteuropa und Deutschland in Bezug auf die Zivilgesellschaft diskutiert.
Die Veranstaltung wird von der Juristischen Fakultät der Europa-Universität Viadrina organisiert und in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung sowie der Südosteuropa-Gesellschaft durchgeführt. Unterstützung erhält sie auch von der Märkischen Oderzeitung. Diese Kombination aus wissenschaftlichem Austausch und praktischen Erfahrungen zielt darauf ab, das Verständnis für die Herausforderungen der Medienfreiheit in der heutigen Zeit zu vertiefen.
Die Rolle der Desinformation in der Gesellschaft
Desinformation ist nicht nur ein Problem in der politischen Kommunikation, sondern auch ein allgemeines gesellschaftliches Phänomen, das in verschiedenen digitalen Plattformen, wie YouTube, Instagram und TikTok, weit verbreitet ist. Eine vom BAKOM unterstützte Studie zeigt, dass der Zugang zu Informationen über diese Plattformen zwar groß ist, jedoch auch erhebliche Herausforderungen mit sich bringt. Nutzer neigen dazu, emotional aufgeladene oder polarisierende Inhalte stärker zu beachten, was die Verbreitung falscher Informationen begünstigt, wie [BAKOM] feststellt.
Die zunehmende Verbreitung von Desinformation führt zu einer Abnahme des Vertrauens in scheinbar verlässliche Nachrichtenquellen und hat direkte Auswirkungen auf das individuelle Verhalten, etwa in Bezug auf Impfbereitschaft oder Wahlentscheidungen. In den kommenden Jahren plant das BAKOM ein Forschungsprogramm, um ein tieferes Verständnis über das Phänomen der Desinformation in der digitalisierten Öffentlichkeit zu entwickeln.
Die Frankfurter Medienrechtstage 2025 bitten nicht nur um einen fachlichen Austausch, sondern dienen auch als Plattform, um den Herausforderungen der Desinformation entgegenzuwirken und Strategien zu entwickeln, die zur Sicherstellung einer informierten Bürgergesellschaft beitragen.
Für weitere Informationen zu den Medienrechtstagen lesen Sie hier, während detaillierte Analysen zur Rolle von Desinformation im Wahlkampf 2024 in Brookings zu finden sind. Zusätzliche Einblicke in die Verbreitung von Desinformation auf digitalen Plattformen bietet BAKOM.