
In einer aktuellen Wendung im Konflikt zwischen Israel und der Hamas hat sich die Situation in der Region drastisch verändert. Laut Welt wurde eine Einigung über die erste Phase des Waffenruhe-Abkommens erzielt. Die Hamas vermeldete, dass eine Lösung für den Streit gefunden wurde, doch Israel hat die geplante Entlassung von 602 palästinensischen Häftlingen vorerst ausgesetzt. Dies geschah unter der Bedingung, dass die Hamas auf demütigende Zeremonien bei der Geiselnfreilassung verzichtet.
Die Einigung sieht vor, dass die Freilassung palästinensischer Häftlinge zeitgleich mit der Übergabe von Leichnamen israelischer Geiseln erfolgt. Der genaue Zeitpunkt dieser Übergabe bleibt jedoch unklar. Berichten zufolge soll der Austausch via Ägypten am Mittwoch stattfinden. Innerhalb von 24 Stunden sollen vier tote Geiseln an Ägypten und anschließend an das Rote Kreuz übergeben werden.
Status der Geiseln und Häftlingsfreilassungen
Die Situation der Geiseln ist angespannt. Drei Geiseln, die vor mehr als 16 Monaten entführt wurden, wurden bereits freigelassen. Diese umfassen Alexander (Sascha) Trufanov, Sagui Dekel-Chen und Iair Horn. Ihre Übergabe fand in Chan Junis im Gazastreifen statt und wurde live im Fernsehen übertragen. In diesem Rahmen wurden 369 palästinensische Häftlinge freigelassen, darunter 333, die nach dem 7. Oktober festgenommen wurden, sowie 36 mit lebenslangen Haftstrafen. Die Freilassung weiterer Geiseln durch die Hamas wurde vorerst ausgesetzt, da die Organisation Israel beschuldigte, sich nicht an die Vereinbarungen zu halten. Israel wies diese Vorwürfe zurück und drohte mit einem Neubeginn des Krieges, wie ZDF berichtet.
Am kommenden Samstag sollen sechs zusätzliche Geiseln von der Hamas freigelassen werden, anstelle der ursprünglich vereinbarten drei. In einem weiteren Kompromiss, vermittelt durch Katar und Ägypten, wird Israel die Leichen von vier getöteten Geiseln nach Israel zurückführen. Diese umfassen die Bibas-Familie und weitere israelische Staatsbürger. Zugleich wird Israel alle Frauen und Minderjährigen freilassen, die seit Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober 2023 festgenommen wurden. Die Ungewissheit über das Schicksal bestimmter Geiseln, darunter die deutschen Staatsbürger Schiri, Ariel und Kfir Bibas, bleibt bestehen.
<h2Militärische Auseinandersetzungen
Trotz des ausgehandelten Waffenruhe-Abkommens setzt Israel seine militärischen Aktivitäten fort. In Syrien und im Libanon gab es Angriffe, die auf Mitglieder der Hisbollah abzielten und mehrere Tote forderten. Berichte über israelische Angriffe midnestens fünfmal in den letzten Tagen auf militärische Ziele nahe Damaskus unterstreichen die eskalierende militärische Präsenz Israels in der Region. Die syrische Regierung fordert unterdessen den sofortigen Rückzug israelischer Truppen.
Israels Oppositionsführer Jair Lapid hat vorgeschlagen, dass Ägypten nach einem möglichen Kriegsende 15 Jahre lang die Verantwortung für den Gazastreifen übernehmen sollte. Dieser Plan sieht auch Reformen der Autonomiebehörde von Mahmud Abbas im Westjordanland vor und zielt auf den Wiederaufbau des Gazastreifens unter ägyptischer Aufsicht ab. Lapid schlug auch vor, dass die internationale Gemeinschaft Ägyptens Auslandsschulden erlassen könnte. Bislang haben sich sowohl die israelische Regierung als auch Ägypten nicht zu diesen Vorschlägen geäußert.
Insgesamt bleibt die Waffenruhe instabil, und es gibt große Sorgen auf beiden Seiten, dass sie nicht bis Anfang März halten könnte. Gespräche über eine zweite Phase des Abkommens sollen in naher Zukunft beginnen, doch die wachsenden Spannungen und militärischen Auseinandersetzungen gefährden die Bemühungen um eine dauerhafte Lösung und Frieden in der Region.