
Die Biennale für aktuelle Fotografie, ein bedeutendes Kulturereignis in der Rhein-Neckar-Region, wird nach 20 Jahren eingestellt. Die Entscheidung, die biennale Veranstaltung nicht mehr durchzuführen, ist das Ergebnis finanzieller Schwierigkeiten und der Absage der Biennale 2024. Laut zvw.de gab BASF im März 2023 bekannt, dass sie ihr finanzielles Engagement nach 2024 beenden würde. Trotz intensiver Gespräche zur Sicherstellung der fehlenden Mittel konnten die erforderlichen Beträge nicht in genügender Höhe aufgebracht werden.
Die Biennale, die seit ihrer Gründung im Jahr 2005 alle zwei Jahre in Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg stattfand, war bekannt für ihre innovativen Ansätze in der Fotografie. Das Festival hatte seine Wurzeln in den Fototagen Herten, die von 1991 bis 2001 vom BildForum e.V. veranstaltet wurden. Die erste Biennale fand im Jahr 2005 statt und war mit Ausstellungen zu Themen wie „Contemporary American Photography“ und „Die Kunst Deutsche(r) zu sein“ ausgestattet. Ausstellungsorte umfassten die Kunsthalle Mannheim, das Wilhelm-Hack-Museum sowie zahlreiche Kunstvereine und Galerien, wie die Geschichte auf Wikipedia zeigt.
Finanzielle Herausforderungen und Absagen
Die finanziellen Schwierigkeiten nahmen zugespitzte Formen an, insbesondere nach der Absage der Biennale 2024, die im November 2023 beschlossen wurde. Dieser Schritt folgte auf antisemitisch bewertete Posts eines der Kuratoren, Shahidul Alam, was zu einem Entzug des öffentlichen Interesses führte. Tanzim Wahab und Munem Wasif, die ebenfalls als Kuratoren berufen waren, lehnten es ab, die Biennale allein durchzuführen. Die drei Kuratoren äußerten ihr Unverständnis über diese unerwartete Absage.
Besonders markant war die Absage der Veranstaltung im Jahr 2023 aufgrund des Gaza-Kriegs, die eine direkte Verbindung zwischen geopolitischen Ereignissen und kulturellen Aktivitäten reflektiert. Solche Einflüsse zeigen, wie fragile die Verbindungen zwischen Kunstförderung und gesellschaftlichen Strömungen sind.
Die Rolle der Unterstützung für Künstler
Die Schließung der Biennale verdeutlicht die herausfordernde finanzielle Lage von Kunstprojekten im Allgemeinen. Freischaffende Künstler sind oft mit unregelmäßigen Einkommensströmen konfrontiert, was Projekte wie die Biennale noch schwieriger finanziell tragbar macht. Externe Finanzierung ist oft entscheidend für den Erfolg einer solchen Veranstaltung. In Deutschland existieren verschiedene Förderprogramme, die darauf abzielen, innovative Kunstprojekte zu unterstützen. Dazu zählen unter anderem EU-Fördermittel, die bis zu 200.000 Euro für kleine Kooperationsprojekte bieten können. Solche Finanzierungsoptionen sollten regelmäßig geprüft werden, sodass Künstler informierte Entscheidungen treffen können, wie auf kulturfalter.de beschrieben.
In Anbetracht der Herausforderungen, die die Biennale für aktuelle Fotografie in den letzten Jahren durchlebt hat, wird die Schließung nicht nur als Verlust eines kulturellen Highlights für die Rhein-Neckar-Region wahrgenommen. Vielmehr wirft sie auch grundsätzliche Fragen zur Finanzierung und Nachhaltigkeit von Kunstprojekten auf, die in einer sich schnell verändernden Welt weiterhin relevant bleiben müssen.