
Das Uniklinikum Erlangen warnt vor einer alarmierenden neuen Betrugsmasche, die insbesondere in der Region zunehmend zu beobachten ist. Unter dem Namen „Schockanruf“ geben sich Betrüger als Ärzte aus und behaupten, dass Angehörige schwer krank seien. Dabei wird häufig der Dringlichkeit einer finanziellen Unterstützung nachgejagt, die in den meisten Fällen nicht existent ist. In den letzten Wochen wurden bereits zwei solcher gefährlichen Anrufe gemeldet, bei denen den Opfern gesagt wurde, ihre Tochter liege schwer krebskrank im Krankenhaus.
Einer der Betrüger gibt sich als „Professor Kopf“ aus und fordert eine erstaunliche Summe von 180.000 Euro für eine Behandlung, die angeblich nicht von der Krankenkasse übernommen wird. Diese Machenschaften haben bereits dazu geführt, dass ein Senior aus dem Kreis Bamberg Ende Januar mehrere Tausend Euro an einen Betrüger übergeben hat. Birgit Gerlach, die Leiterin der Stabsabteilung Justiziariat des Uniklinikums, warnt eindringlich vor diesen Anrufen und weist darauf hin, dass das Uniklinikum niemals telefonisch zu Geldzahlungen auffordern würde. „Auf keinen Fall auf die Anrufe eingehen oder Geld überweisen“, lautet ihre klare Empfehlung.
Manipulative Strategien der Betrüger
Betrüger nutzen oft emotionale Manipulationstechniken, um ihre Opfer unter Druck zu setzen. Sie geben sich nicht nur als Ärzte, sondern auch als Angehörige oder Vertreter staatlicher Institutionen wie der Polizei aus. Es wird oft vorgetäuscht, dass ein nahestehender Mensch in einem schweren Unfall verwickelt ist und sofortige finanzielle Hilfe benötigt, um eine drohende Gefängnisstrafe abzuwenden. Das Bundeskriminalamt (BKA) hat in diesem Zusammenhang angemerkt, dass Kriminelle häufig in Gruppen operieren und sich gegenseitig am Telefon abwechseln, um den Druck auf die Opfer zu erhöhen.
Um sich selbst zu schützen, empfiehlt das BKA, bei solchen Anrufen sofort aufzulegen und niemals persönliche Informationen oder finanzielle Details preiszugeben. Wer einen derartigen Anruf erhält, sollte dringend Angehörige unter bekannten Nummern kontaktieren oder sich umgehend an die örtliche Polizeidienststelle wenden. Es ist auch wichtig, nicht auf die Aufforderungen der Anrufer einzugehen und keinesfalls Geld oder Wertgegenstände an Unbekannte zu übergeben.
Empfohlene Vorgehensweisen bei Verdacht auf Betrug
Die Polizei in Erlangen hat in letzter Zeit ebenfalls vermehrt auf Betrugsmaschen hingewiesen und empfiehlt, im Zweifel immer bei den echten Behörden Rücksprache zu halten. Das Bundeskriminalamt bietet zudem zusätzliche Sicherheitshinweise, die auf der Webseite der Polizeilichen Kriminalprävention zu finden sind. Betroffene können sich an Opferberatungsstellen wie den „WEISSEN RING“ (Rufnummer 116 006) wenden, um Unterstützung zu erhalten.
Abschließend bleibt festzuhalten, dass es wichtig ist, bei verdächtigen Anrufen Ruhe zu bewahren und sich nicht unter Druck setzen zu lassen. Immer wieder hilft es, die eigene Skepsis zu schärfen und sich im Zweifelsfall an vertraute Personen oder offizielle Stellen zu wenden.
Für weitere Informationen über diese betrügerischen Machenschaften und Ratschläge zum Umgang mit solchen Situationen, finden Sie weiterführende Informationen bei tz.de, inFranken.de und bka.de.