
Am 26. Februar 2025 hat die Polizei in Halle Ermittlungen gegen den Verleger Götz Kubitschek eingeleitet. Der Anlass sind Beschuldigungen eines mutmaßlichen Angriffs auf einen Fotografen, der im Januar 2023 während einer Veranstaltung in Schnellroda bei einem Vorfall mit Kubitschek betroffen war. Der Vorfall wurde durch ein Video dokumentiert, das von der Plattform „Recherche Nord“ auf Instagram veröffentlicht wurde. Wie freilich-magazin.com berichtet, ereignete sich der Vorfall am Rande der Studientage, die vom 24. bis 26. Januar stattfanden.
Der Verleger, Jahrgang 1970 und gebürtig aus Oberschwaben, lebt seit einigen Jahren in Sachsen-Anhalt. Kubitschek gründete 2000 den Verlag Antaios, der als „Hausverlag“ des Instituts für Staatspolitik gilt. Seine Publikationen und Veranstaltungen ziehen häufig die Aufmerksamkeit linker Fotografen und Journalisten an, die teilweise aggressive Berichterstattung nicht scheuen.
Der Vorfall mit dem Fotografen
Ende Januar 2023 stellte Kubitschek fest, dass mehrere Fotografen seit 7 Uhr morgens regelmäßig vor seinem Wohnhaus positioniert waren, um Bilder zu machen. Dies missfiel ihm sichtbar. Laut dem Video äußerte er, dass ihn die Fotografen „auf die Nerven gehen“ würden. Im Rahmen des Vorfalls kam es zu einem körperlichen Kontakt, als Kubitschek den Fotografen anrempelte. Dies führte dazu, dass dem Fotografen die Kamera kurz aus der Hand glitt, jedoch nicht zu Boden fiel. Solche Vorfälle sind nicht neu; Fotografen haben in der Vergangenheit mehrfach Veranstaltungen des Antaios-Verlages belagert und deren Bilder ins Internet gestellt.
Bei den Studientagen, die im Januar stattfanden, hatten sieben Referenten vor rund 130 Zuhörern über Themen in Bezug auf Amerika referiert. Diese Art von Veranstaltungen zieht nicht nur Kritik aus linken Kreisen, sondern auch verstärkt das Interesse von Journalisten, die Kubitschek und seinen Verlag kritisch beleuchten.
Der Verlag Antaios und seine Ausrichtung
Der Verlag Antaios, der seinen Sitz im ehemaligen Rittergut Schnellroda hat, wird vom Bundesamt für Verfassungsschutz seit 2021 als Verdachtsfall für Rechtsextremismus beobachtet. Ab 2024 wird er sogar als „gesichert rechtsextrem“ eingestuft. Der Verlag hat sich einen Namen gemacht, indem er Werke veröffentlicht, die sich mit der „Konservativen Revolution“ und historisch umstrittenen Persönlichkeiten wie Oswald Spengler und Ernst Jünger auseinandersetzen, und ist bekannt für seine Verbindungen zu weiteren rechtsextremen Strömungen, wie der Identitären Bewegung. Publikationen des Verlags werden von verschiedenen Wissenschaftlern und Journalisten als Teil eines ideologischen Netzwerks betrachtet, welches die neurechte ideologische Basis stärken will.
Götz Kubitschek ist als verantwortlicher Redakteur der Zeitschrift „Sezession“, die seit 2003 erscheint, bekannt. Er hat mehrere Bücher verfasst und an bedeutenden Buchprojekten mitgewirkt, darunter „Deutsche Opfer, Fremde Täter“, welches die Gewalt von Ausländern in Deutschland thematisiert. In der Vergangenheit wurden einige seiner Werke jedoch aus dem Angebot von Plattformen wie Amazon entfernt, was die anhaltende Kontroversität seiner Arbeit unterstreicht.