
Die Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt wird zunehmend angespannter. Das BNN berichtet, dass viele Unternehmen in Deutschland mit Nachwuchsproblemen konfrontiert sind. Der Fachkräftemangel wird jedoch von der aktuellen wirtschaftlichen Lage überschattet.
Das Ifo-Institut warnt vor negativen Vorzeichen für den Arbeitsmarkt. So ist das Beschäftigungsbarometer im Februar 2025 auf 93,0 Punkte gesunken, was einen Rückgang im Vergleich zu 93,4 Punkten im Januar darstellt. Dies ist der tiefste Wert seit dem ersten Jahr der Corona-Pandemie im Jahr 2020.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Klaus Wohlrabe, der Leiter der Ifo-Umfrage, beschreibt die Lage als angespannt und führt dies unter anderem auf den Strukturwandel in der Wirtschaft zurück. Der geplante Stellenabbau betrifft alle vier abgefragten Wirtschaftszweige: In der Industrie, im Dienstleistungssektor, im Handel und im Baugewerbe werden die Unternehmen umfangreiche Personalveränderungen planen.
Die größten Tendenzen zur Verkleinerung der Belegschaften sind in der Industrie und im Handel zu verzeichnen. Im Vergleich dazu ist die Tendenz bei Dienstleistern und im Bauhauptgewerbe geringer.
Fachkräftemangel auf Allzeithoch
Parallel zu diesen Entwicklungen zeigt eine Analyse des Ifo-Instituts, dass der Fachkräftemangel in Deutschland auf einem Allzeithoch liegt. Dienstleister sind am stärksten betroffen – 54,2 Prozent der Unternehmen in diesem Bereich berichten von einem Mangel an Fachkräften, was einen Anstieg von 47,7 Prozent im April des Vorjahres darstellt. Besonders stark betroffen sind die Beherbergungsbetriebe und die Veranstaltungsbranche, wo etwa 64 Prozent der Unternehmen Engpässe melden.
Im Verarbeitenden Gewerbe klagen 44,5 Prozent über fehlendes Fachpersonal. Auch der Einzelhandel und das Bauwesen sind betroffen, mit 41,9 bzw. 39,3 Prozent der Unternehmen, die Schwierigkeiten haben, geeignete Arbeitskräfte zu finden. Dies zeigt die Dringlichkeit, neue Strategien zur Fachkräftesicherung zu entwickeln.
Langfristige Herausforderungen und Anpassungen
Das Fachkräftemonitoring des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales hebt die Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Arbeitsmarkt hervor. In den kommenden Jahren wird erwartet, dass 618.000 Personen ohne Abschluss in den Arbeitsmarkt eintreten, während lediglich 396.000 Helferstellen verfügbar sind. Dies verdeutlicht die Schwierigkeiten, die vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der Digitalisierung bestehen.
Die Mittelfristprognose berücksichtigt auch Annahmen zu den Folgen der Covid-19-Pandemie, des Ukraine-Konflikts und dem Klimawandel für den deutschen Arbeitsmarkt. Innovative Ansätze, wie der Fokus auf Frauen, Nicht-Deutsche und ältere Arbeitnehmer, könnten Potenziale zur Fachkräftesicherung bieten.
Die Herausforderungen, die durch strukturelle Veränderungen verursacht werden, betreffen nicht nur die Verfügbarkeit von Arbeitskräften, sondern auch die Anpassungsfähigkeit der Unternehmen. Im Bereich Energie- und Gebäudetechnik ist der Druck zur Anpassung durch Klimaschutzmaßnahmen besonders hoch.