
Am Dienstag landete ein Charterflugzeug mit 155 Afghanen in Berlin-Schönefeld. Dieser besondere Transport erfolgte im Rahmen der Bemühungen Deutschlands, gefährdeten Personen aus Afghanistan zu helfen. Von den 155 Ankommenden sind 80 Frauen und Mädchen, während 60 Minderjährige sind, darunter 40 Kinder unter zehn Jahren. Mehr als die Hälfte dieser Neuankömmlinge kommt über das Bundesaufnahmeprogramm für besonders gefährdete Personen nach Deutschland, welches kürzlich von der Bundesregierung ins Leben gerufen wurde, um Menschen in Gefahr zu unterstützen. Diese Informationen wurden von T-Online veröffentlicht.
Das Bundesaufnahmeprogramm, das am 17. Oktober 2022 gestartet wurde, zielt darauf ab, insbesondere ehemalige Ortskräfte, Demokratieaktivisten und andere gefährdete Afghanen aufzunehmen. Bisher haben etwa 45.000 Personen eine Aufnahmezusage erhalten, was die Dringlichkeit dieser Maßnahme unterstreicht. Viele dieser Menschen sind vor den Taliban geflohen und suchen nun Zuflucht in Deutschland, nachdem sie eine Zusage für die Ausreise erhalten haben. Der Fokus liegt hierbei auf der Ausreise von Personen, die bereits eine Zusage haben, wie Bundesaufnahmeprogramm Afghanistan berichtet.
Die Hintergründe der Flüchtlingsaufnahme
Seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 sind über 35.000 Personen aus Afghanistan nach Deutschland eingereist, was die Verantwortung und die humanitären Bemühungen der Bundesregierung verdeutlicht. Das Auswärtige Amt äußerte Besorgnis über die Situation afghanischer Flüchtlinge in Pakistan, wo viele der neu angekommenen Afghanen zuletzt in Sicherheit waren. Es wird erwartet, dass bis Ende März viele Afghanen Islamabad und Rawalpindi verlassen müssen, um weiter nach Deutschland zu reisen.
Die Kosten für das Bundesaufnahmeprogramm belaufen sich auf etwa 25 Millionen Euro. In den letzten Wochen wurde allerdings Kritik laut, insbesondere von der Union, die Abschiebungen nach Afghanistan fordert. Der SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese und der Ex-Grünenchef Omid Nouripour verteidigten hingegen die Aufnahme aus humanitären Gründen und wiesen auf die Verantwortung Deutschlands hin, diesen Personen zu helfen.
Sicherheit und Logistik der Rückführungen
Berichten zufolge wurden im Vorfeld der Bundestagswahl zwei Charterflüge aufgrund logistischer Probleme abgesagt. Diese Entscheidung sorgte für Spekulationen über mögliche politische Motive. CDU-Politiker Thorsten Frei und Sachsens Innenminister Armin Schuster forderten zudem einen Stopp der Aufnahmeprogramme, was die Debatte über die richtige Vorgehensweise bei der Flüchtlingsaufnahme neu entfachte. Dies führt zu einem angespannten Dialog zwischen den politischen Fraktionen in Deutschland.
Insgesamt zeigt sich, dass die Flüchtlingspolitik hinsichtlich der afghanischen Zuwanderer ein hochgradig umstrittenes Thema ist, wobei sowohl ethische als auch sicherheitspolitische Aspekte eine Rolle spielen. Das letzte Flugzeug bringt die Hoffnung für viele gefährdete Personen, die nun auf ein sicheres Leben in Deutschland hoffen.