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Ehrenbürgerin Friede Springer: Zwischen Anerkennung und Kritik in Berlin

Am 26. Februar 2025 wurde Friede Springer mit der Ehrenbürgerwürde der Stadt Berlin ausgezeichnet. Diese Anerkennung wurde durch das Abgeordnetenhaus, basierend auf einem Vorschlag des Berliner Senats vom 20. August 2024, vollzogen. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, betonte in seiner Laudatio, dass Springer als erfolgreiche Unternehmerin und Vorbild für viele gelte. Ihr Engagement für Berlin, Freiheit und Demokratie sei unermüdlich.

Friede Springer, Witwe des bekannten Verlegers Axel Springer, hat als stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats der Axel Springer SE, die Medienmarken wie „Bild“, „Welt“ und „Politico“ umfasst, erheblichen Einfluss auf die deutsche Medienlandschaft. Wegner würdigte auch ihr vielfältiges Engagement im Gesundheitswesen, besonders durch die Unterstützung der Axel-Springer-Stiftung sowie der Friede-Springer-Herz-Stiftung.

Philanthropisches Engagement und Projekte

Ein zentrales Projekt ist der Aufbau des „Friede Springer – Cardiovascular Prevention Center at Charité“, das mit bis zu 70 Millionen Euro gefördert wird. Diese Initiative zur Förderung der Herz-Kreislauf-Forschung ist nur eines von vielen Beispielen, wie Springer sich mit ihren Stiftungen für das Gemeinwesen in Berlin einsetzt. Im Jahr 2010 gründete sie die Friede Springer Stiftung, die Wissenschaft, Kunst, Kultur und Bildung fördert. Bis 2022 unterstützte sie das Projekt „Haus der kleinen Forscher“, das inzwischen als „Stiftung Kinder forschen“ weitergeführt wird.

Springer setzt sich zudem für die Stärkung der Beziehungen zwischen Deutschland und Israel ein und fördert Projekte der Gedenkkultur, um die Erinnerung an die Schoah zu bewahren. Diese Aspekte wurden in der Rede von Parlamentspräsidentin Cornelia Seibeld (CDU) hervorgehoben, die ihren Einfluss auf die Gesellschaft würdigte.

Kritik und Kontroversen

Trotz der großen Anerkennung gibt es erhebliche Kritik an der Entscheidung, Springer zu ehren. Kritiker weisen darauf hin, dass die „Bild“-Zeitung und der Springer-Verlag mit ihrer oft reißerischen Berichterstattung zur Verrohung des politischen Diskurses beigetragen haben. Diese Bedenken werfen Fragen über die moralischen Werte und gesellschaftliche Verantwortung des Verlags auf. Die Tatsache, dass Springer das Unternehmen nach dem Tod ihres Mannes Axel Springer zu einem der mächtigsten Medienunternehmen Europas geführt hat, wird sowohl gelobt als auch kritisch betrachtet.

Die Entscheidung zur Ehrung Springers wird von einigen als Beleg dafür angesehen, dass wirtschaftlicher Erfolg und philanthropisches Engagement über problematische unternehmerische Praktiken gestellt werden. Diese Ambivalenz wurde auch von den Kritikern thematisiert, die eine kritische Reflexion über die Werte fordern, die eine solche Auszeichnung verdienen.

Bereits zuvor wurde Friede Springer mit dem Verdienstorden des Landes Berlin (1988) und dem Großen Bundesverdienstkreuz (2008) geehrt. Die Diskussion um ihre neuesten Ehrungen wirft erneut Fragen darüber auf, welche Persönlichkeiten in der Gesellschaft als Vorbilder angesehen werden sollten und welche Kriterien für solche Auszeichnungen relevant sind.

So bleibt die Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Friede Springer ein vielschichtiges Thema, das sowohl Anerkennung als auch Kritik hervorruft.

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