
Am Samstag wurde der ehemalige afghanische Botschafter in Spanien, Rahim Peerzada, am Flughafen in Dallas, Texas, festgenommen. Laut Berichten von Welt könnte die Verhaftung mit einer möglichen Verbindung zur Iranischen Revolutionsgarde in Zusammenhang stehen. Die Identität des Festgenommenen wurde durch Gerichtsdokumente als Mohammad Rahim Wahidi bestätigt, auch bekannt als Peerzada.
Peerzada wird vorgeworfen, im Jahr 2022 in Madrid eine Afghanin vergewaltigt zu haben, die angab, mit K.-o.-Tropfen betäubt worden zu sein. Darüber hinaus haben zwei weitere Frauen sexuelle Belästigung durch ihn angezeigt. Zusätzlich gibt es Korruptionsvorwürfe gegen Peerzada, da er Gebühren für konsularische Angelegenheiten auf sein Privatkonto überwiesen haben soll.
Reaktionen der spanischen Behörden
Das spanische Außenministerium hat erklärt, dass Peerzada keine diplomatische Immunität genießt und von der Liste akkreditierter Diplomaten entfernt wurde. Infolge der Vorwürfe prüft die Staatsanwaltschaft in Madrid Ermittlungen gegen ihn. Sein Anwalt beantragte die Freilassung von Peerzada, was jedoch abgelehnt wurde. Zudem wird er von FBI-Agenten befragt, nicht nur wegen der sexuellen Belästigung, sondern auch hinsichtlich seines Schwagers Farhad Shakeri. Shakeri ist angeklagt, im Southern District of New York eine Verschwörung zur Ermordung eines iranischen Journalisten geplant zu haben.
Es wird berichtet, dass Shakeri von der US-Staatsanwaltschaft als iranischer Agent betrachtet wird, der im Auftrag der Iranischen Revolutionsgarde Handlungen geplant haben soll. Er wurde im Jahr 2008 aus den USA abgeschoben, nachdem er wegen Raubüberfalls 14 Jahre im Gefängnis verbracht hatte. Peerzada, der eine Green Card für die USA besitzt, lebt mit seiner US-amerikanischen Frau und zwei US-stämmigen Kindern in Sterling, Virginia.
Diplomatische Herausforderungen für Afghanistan
Die Vorfälle um Peerzada werfen auch ein Schlaglicht auf die gegenwärtige Lage der afghanischen Diplomatie. Laut einem Bericht von n-tv haben der afghanische Botschafter in Berlin und der Generalkonsul in Bonn kürzlich ihre Rücktritte erklärt. Beide gaben an, dass „politische Erwägungen und Einschränkungen des Gastlandes“ sie zu diesem Schritt gezwungen haben. Die afghanischen diplomatischen Vertretungen in Deutschland arbeiten weiterhin, obwohl sie nicht unter Kontrolle der Taliban stehen.
Die politische Situation in Afghanistan hat die diplomatischen Bemühungen weltweit behindert. Die Taliban, die im August 2021 die Kontrolle über das Land übernommen haben, haben angekündigt, zahlreiche Botschaften im Westen nicht mehr anzuerkennen, was deren Funktion erheblich einschränkt. Kein Land hat die Taliban-Regierung bisher offiziell anerkannt.
In München existiert noch ein Generalkonsulat Afghanistans, dessen Zukunft jedoch ungewiss bleibt. Gleichzeitig wird der Druck auf die diplomatischen Vertretungen durch die zunehmend instabile Lage in Afghanistan verstärkt.
Diese Entwicklungen stehen im Kontrast zu den Herausforderungen, mit denen afghanische Frauen konfrontiert sind. Unter den Taliban erleben Frauen in Afghanistan eine drastische Einschränkung ihrer Rechte. Ein Bericht über die Proteste afghanischer Frauen, die für ihr Recht auf Bildung kämpfen, zeigt die breite Palette an Herausforderungen, die sowohl Frauen als auch die Afghanen im Exil betreffen nd-aktuell.
Die Lage zeigt, dass die politische Unsicherheit und die damit verbundenen Herausforderungen sowohl innerhalb Afghanistans als auch für dessen diplomatische Vertretungen im Ausland nach wie vor erheblich sind. Die Bemühungen um Gerechtigkeit für die Opfer von Gewalt und Korruption müssen ebenso wie die Unterstützung für die Rechte afghanischer Frauen gestärkt werden.