
Am vergangenen Wochenende wurde der Bremer Hauptbahnhof zum Schauplatz intensiver Sicherheitsmaßnahmen. Die Bundespolizei führte umfassende Kontrollen durch und nahm dabei acht Personen fest, die zur Fahndung ausgeschrieben waren. Dies geschah im Rahmen von Schwerpunkteinsätzen, die zur Reduzierung von Gewalt- und Diebstahlskriminalität beitragen sollten, wie Kreiszeitung berichtet.
Bereits am Freitagabend erhöhten die Bundespolizisten ihre Präsenz am Bahnhof um eine zweistellige Zahl. Die Mobile Kontroll- und Überwachungseinheit der Bundespolizeidirektion Hannover war ebenfalls im Einsatz. Diese umfassende Sicherheitsoperation wurde in enger Zusammenarbeit mit der Polizei Bremen durchgeführt. Zwischen Freitagabend und Sonntagmorgen wurden insgesamt 78 zusätzliche Personenkontrollen durchgeführt, um das Mitführverbot von Waffen und gefährlichen Gegenständen durchzusetzen.
Ergebnisse der Kontrollen
Die Kontrollen zeigten erste Erfolge: In drei Fällen wurden Messer oder Pfefferspray sichergestellt. Darüber hinaus hatten zwölf Personen bereits ein Hausverbot für den Hauptbahnhof erhalten oder mussten aufgrund ihres aggressiven Verhaltens Platzverweise hinnehmen. Ziel der Maßnahmen war es, die Sicherheit der Reisenden zu gewährleisten und potenzielle Straftaten zu verhindern.
Bereits im Februar 2025 hatte die Bundespolizei ähnliche Kontrollen am Bahnhof durchgeführt. Bei diesen Maßnahmen wurden mehrere Waffen sichergestellt und 131 Personen kontrolliert. Auch damals war die Polizeipräsenz aufgrund von Veranstaltungen wie der Messe „Classic Motorshow“ und durchreisenden Fußballfans erhöht worden, wie Presseportal berichtete.
Zunehmende Gewaltkriminalität
Der aktuelle Einsatz der Bundespolizei ist eingebettet in einen besorgniserregenden Trend: Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2023 zeigt, dass die Zahl erfasster Straftaten im Vorjahr um 5,5 % auf 5.940.667 Fälle gestiegen ist. Dies ist der höchste Stand seit 2016. Ein Anstieg von 8,6 % bei Gewaltkriminalität und ein um 10,7 % gestiegener Diebstahl sind besonders alarmierend. Auch die Anzahl tatverdächtiger Kinder und Jugendlicher hat zugenommen, mit einem Anstieg von 12 % bei Kindern und 9,5 % bei Jugendlichen im Vergleich zum Vorjahr, so BKA.
Die Ermittlungen zeigen deutlich, dass erhöhte Mobilität nach dem Wegfall der Covid-19-Beschränkungen, wirtschaftliche und soziale Belastungen sowie eine hohe Zuwanderungsrate als zentrale Faktoren für die Zunahme der Straftaten identifiziert wurden. Vor diesem Hintergrund sind die Maßnahmen der Bundespolizei am Bremer Hauptbahnhof sowohl dringlich als auch notwendig, um die Sicherheit an einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Deutschlands zu gewährleisten.