Lage

Stromausfall in Syrien: Technikprobleme treffen Millionen Menschen!

Am Dienstagabend, dem 1. April 2025, erlebte Syrien einen landesweiten Stromausfall, der durch technische Störungen im nationalen Stromnetz verursacht wurde. Der Sprecher des Energieministeriums bestätigte, dass technische Teams bereits an der Behebung der Probleme arbeiteten. Khaled Abu Dai, Direktor der General Establishment for Electricity Transmission and Distribution, erklärte, dass ein technischer Fehler im elektrischen System verantwortlich sei. Trotz der ernsten Lage gibt es erste positive Nachrichten: Der Strom kehrte bereits in die Provinzen Homs, Hama und Tartous zurück und soll schrittweise in den restlichen Gouvernements wiederhergestellt werden.

Syrien leidet jedoch seit Jahren unter gravierenden Stromengpässen. In den meisten Regionen des Landes ist staatlich bereitgestellter Strom lediglich zwei bis drei Stunden pro Tag verfügbar. Besonders dramatisch ist die Situation in Damaskus, wo die Energieversorgung stark von iranischem Öl abhing, das seit der Absetzung von Bashar al-Assad im Dezember 2022 nicht mehr geliefert wird. Um die Stromversorgung zu verbessern, plant die interimistische Regierung unter Präsident Ahmed al-Sharaa, Elektrizität aus Jordanien zu importieren und schwimmende Kraftwerke einzusetzen. Zwei elektrische Schiffe aus der Türkei und Katar sollen dabei helfen.

Politische und wirtschaftliche Hintergründe

Die aktuelle Stromkrise ist nur ein Teil eines viel umfassenderen Problems. Syrien steht vor enormen Herausforderungen, die auch durch die Aufhebung der weitreichenden Sanktionen der EU in den Bereichen Energie und Verkehr kompliziert werden. Am Montag beschloss der Rat der EU, entscheidende Sanktionen aufzuheben, um die wirtschaftliche Erholung und den Wiederaufbau nach dem Bürgerkrieg zu unterstützen. Dennoch bleiben die Sanktionen gegen das Al-Assad-Regime bestehen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den Zugang zu humanitären Hilfen und zur Grundversorgung zu ermöglichen.

Die Aufhebung der Sanktionen markiert einen Wendepunkt, nachdem die internationale Gemeinschaft seit 2011, nach den gewaltsamen Auseinandersetzungen gegen Demonstranten, umfassende Einschnitte in den Handelsbeziehungen und Finanzbewegungen mit Syrien eingeführt hatte. Human Rights Watch warnte jedoch, dass diese auf dem Weg zur wirtschaftlichen Wiederherstellung nicht ohne Probleme sein werden. Sie hebt hervor, dass derzeit mehr als 90 % der syrischen Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt und gleichzeitig 16,5 Millionen Menschen humanitäre Hilfe benötigen.

Die verheerenden Folgen des Konflikts

Die humanitäre Lage in Syrien ist resultierend aus einem über 14-jährigen Konflikt nach wie vor katastrophal. Die Zerstörung der Infrastruktur ist gravierend, und schätzungsweise zwischen 250 und 1 Billion US-Dollar werden benötigt, um das Land wieder aufzubauen. Die syrische Regierung sieht sich nicht nur mit dem Wiederaufbau der Infrastruktur konfrontiert; sie muss auch die Herausforderungen einer hohen Arbeitslosenquote von 43,5 % bewältigen, die 2019 ermittelt wurde.

Syrien ist zudem von einer hohen Zahl von Flüchtlingen betroffen, die sich über mehrere Nachbarländer wie die Türkei, den Libanon und Jordanien verteilt haben. Die geopolitischen Spannungen, insbesondere durch die zahlreichen Luftangriffe Israels und die militärische Präsenz in der Region, erschweren die Situation zusätzlich.

Ein bedeutsamer Aspekt in dieser Krise bleibt die Herausforderung, die Welt von der Notwendigkeit der Aufhebung der Sanktionen zu überzeugen, um das Land auf den Weg zur Erholung zu bringen. Hierbei spielen die international festgelegten politischen Rahmenbedingungen und die geopolitischen Interessen eine entscheidende Rolle. Al Jazeera berichtet über die unmittelbaren Auswirkungen des Stromausfalls, während Euronews den politischen Hintergrund beleuchtet.

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