
Ein folgenschwerer Vorfall ereignete sich am Mittwochnachmittag, dem 2. April 2025, in Bamberg auf der Pödeldorfer Straße. Ein 43-jähriger Radfahrer, der stadteinwärts fuhr, wurde durch einen plötzlich auf den Radweg tretenden Fußgänger überrascht. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, war der Radfahrer gezwungen, eine Vollbremsung einzulegen. Diese führte jedoch zu einem Sturz, bei dem er sich leicht verletzte.
Der Fußgänger, der den Vorfall verursachte, zeigte keinerlei Verständnis für die Situation und lief einfach davon, ohne sich um den verletzten Radfahrer zu kümmern oder seine Personalien zu hinterlassen. Die Polizei Bamberg hat bereits eine Fahndung eingeleitet und bittet den Fußgänger, sich zu melden. Zeugen des Vorfalls können sich unter der Telefonnummer 0951/9129-210 bei der Polizei melden, um ihre Beobachtungen mitzuteilen.
Häufigkeit und Risiken von Radfahrer-Unfällen
Dieser Vorfall ist kein Einzelfall. Unfälle zwischen Radfahrern und Fußgängern sind in Deutschland häufig anzutreffen. Eine Studie hat ergeben, dass im Jahr 2022 in Deutschland insgesamt 711 schwer verletzte und 13 tödliche Unfälle stattfanden, wie Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer, berichtet. Die Gefahr eines Zusammenstoßes wird besonders bei Geschwindigkeiten um 24 km/h deutlich, wie ein Crashtest in Münster zeigt.
Die meisten Unfälle (54%) ereigneten sich auf Radwegen, während 22% in Fußgängerzonen stattfanden. Fußgänger treten oft unerwartet auf Radverkehrsflächen, was zu gefährlichen Situationen führt. Brockmann schlägt vor, keine für Radler freigegebenen Fußgängerzonen mehr zuzulassen und warnt davor, dass die Zahl der Unfälle in den kommenden Jahren steigen könnte, bedingt durch die zunehmende Anzahl von Radfahrern, insbesondere durch E-Bikes und Lastenräder.
- Unfälle pro Szene:
- 54% auf Radwegen
- 22% in Fußgängerzonen
- 16% auf Gehwegen
- 8% auf gemeinsamen Flächen
Der Fahrradverband ADFC kritisiert die derzeitige Verkehrsinfrastruktur, die nicht ausreichend auf den wachsenden Radverkehr abgestimmt ist. Sprecherin Stephanie Krone weist darauf hin, dass viele Radwege zu schmal und oft zugeparkt sind, wodurch die Sicherheit der Radfahrer gefährdet wird. Sie empfiehlt einen Schulterblick für Fußgänger, die einen Radweg betreten.
In Anbetracht dieser Entwicklungen ist es wichtig, die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen und das Bewusstsein für mögliche Gefahren zu schärfen. Sowohl Radfahrer als auch Fußgänger müssen Verantwortung übernehmen, um Risiken zu minimieren.
Der Vorfall in Bamberg verdeutlicht die Notwendigkeit solcher Maßnahmen erneut und sollte als Aufruf zu mehr Rücksichtnahme dienen.