
Das Thema Nachhaltigkeit ist heute wichtiger denn je. In Essen wird dies durch das *Folkwang-Nachhaltigkeitsprojekt* deutlich, das kürzlich mit der zweiten Phase seines Residency-Programms gestartet ist. Die Doppelbedeutung des Begriffs „Essen“ als Stadt und als Nahrungsaufnahme wird dabei gezielt in den Fokus gerückt. Die Ergebnisse dieses Programms werden am 28. Juni im Rahmen des „Gutes Klima Festivals“ auf der Zeche Carl in Essen präsentiert, in Zusammenarbeit mit dem Museum Folkwang und der Bonnekamp Stiftung. Das Residency-Programm ist Teil des „Space for Sustainability by Design“ (SBYD.SPACE), das von Experten auf den Gebieten der Biobasierten Materialien und Technologie sowie Nachhaltigkeit gestaltet wurde.
In der ersten Phase des Programms, die im Mai 2024 stattfand, wurden verschiedene Themen ausgearbeitet. Ausgewählt wurden die Teilnehmer von einer Jury, die aus Mitgliedern des SBYD-Teams und externen Experten bestückt ist. Zu den Experten gehören unter anderem Prof. Dr. Johanna Schmeer und Prof. Christian Schreckenberger. Dieses innovative Programm fördert den internationalen Austausch und bereichert die künstlerische Perspektive auf das Thema Nachhaltigkeit.
Projekte der zweiten Phase
Aktuell arbeiten unter anderem der japanische Künstler Masatoshi Noguchi und die Architektin Yuri Nakai an ihren Projekten. Noguchi, der seit 2021 in Bozen lebt, setzt sich in seiner Arbeit mit ökologischen Kreisläufen, Arbeitsbedingungen und dem Thema Widerstand auseinander. Sein Projekt „ESSEN ESSEN“ baut auf einem früheren Projekt auf und untersucht die Verbindung zwischen menschlichen Körperzyklen und ökologischen Prozessen. Nakai hingegen erforscht in ihrem Projekt „Repair / Small Festival“ die Thematik der Reparatur aus städtebaulicher Sicht und bezieht sich auf das Gion-Festival in Kyoto, um ein Festwagen aus lokalen Materialien zu gestalten.
Die derzeitige Phase des Projekts wird in enger Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Kyoto ermöglicht. SBYD.SPACE ist Teil der Förderlinie „Innovative Hochschule“ und erhält Unterstützung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz.
Ein Blick auf nachhaltige Gastronomie
Parallel zu diesen künstlerischen Initiativen gewinnt das Thema Nachhaltigkeit auch in der Gastronomie zunehmend an Bedeutung. Ein wachsendes Bewusstsein für Umwelt und gesunde Ernährung prägt die Essgewohnheiten der Verbraucher. Die Nachfrage nach biologisch angebauten Lebensmitteln sowie regionalen Produkten steigt. Gastronomiebetriebe, die sich auf Nachhaltigkeit fokussieren, setzen auf kurze Transportwege, um die Umwelt zu schützen und Ressourcen zu schonen. Verbraucher legen inzwischen großen Wert auf die Herkunft ihrer Nahrungsmittel.
Die Gastronomie in Deutschland zeigt eine positive Entwicklung in Richtung Nachhaltigkeit. Der Guide MICHELIN hat mittlerweile 18 Restaurants in Deutschland mit seinem neuen Nachhaltigkeitssymbol ausgezeichnet. Zu den prämierten Lokalen zählen unter anderem „Nobelhart & Schmutzig“ in Berlin, das vor allem auf regionale Zutaten setzt, und das pflanzenbasierte Restaurant FREA, das Kreislaufwirtschaft und Kompostierung integriert.
Restaurant | Ort |
---|---|
Nobelhart & Schmutzig | Berlin |
Horváth | Berlin |
Rutz | Berlin |
Mohren | Deggenhausertal |
Gustav | Frankfurt am Main |
SEVEN SWANS | Frankfurt am Main |
Wirtshaus zum Herrmannsdorfer Schweinsbräu | Glonn |
Alter Wirt | Grünwald |
100/200 | Hamburg |
Wolfs Junge | Hamburg |
Flux – Biorestaurant Werratal | Hann. Münden |
ROSE | Hayingen |
Sosein. | Heroldsberg |
erasmus | Karlsruhe |
das neue Weinstein | Kiel |
Tian | München |
Auers Schlosswirtschaft | Neubeuern |
Guts-küche | Tangstedt |
Insgesamt zeigt sich, dass nachhaltige Gastronomie nicht nur ein Trend, sondern eine Notwendigkeit geworden ist. Dies wird auch durch die steigende Anzahl von Gästen, die bewusstere Kaufentscheidungen treffen, untermauert. Ein klarer Fokus auf Ressourcenschonung, faire Arbeitsbedingungen und ökologisch gegründete Konzepte wird immer mehr zur Grundlage für den Erfolg in der Gastronomie.