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Analoge Fotografie wird Kulturerbe: Eine Ausstellung begeistert!

Nach einer kürzlichen Entscheidung der Kulturministerkonferenz gilt die analoge Fotografie in Nordrhein-Westfalen nun offiziell als immaterielles Kulturerbe. Dies wurde durch die Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes umgesetzt, das mittlerweile 168 Traditionen umfasst, darunter auch Handwerksberufe wie Gold- und Silberschmiede sowie die Brettspielkultur. Barbara Klepsch, Präsidentin der Kulturministerkonferenz, hob hervor, wie wichtig diese Form des Erbes für die kulturelle Identität und den sozialen Zusammenhalt ist. Dies unterstützt die Bemühungen, die kulturelle Vielfalt in Deutschland zu fördern, wie Claudia Roth, Kulturstaatsministerin, betonte.

Im Kontext dieser Anerkennung findet aktuell eine bemerkenswerte Ausstellung zur klassischen Landschaftsfotografie im Projektbüro des geplanten Deutschen Fotoinstituts am Eiskellerberg in Düsseldorf statt. Diese Ausstellung, kuratiert von Gabriele Conrath-Scholl von der SK Stiftung Köln-Bonn und dem belgischen Künstler Jean-Paul Deridder, beleuchtet die Vielseitigkeit der analogen Fotografie.

Vielfältige Künstler und Arbeiten

Die gezeigten Portfolio-Arbeiten stammen aus sechs verschiedenen Ländern und bieten einen eindrucksvollen Einblick in die analoge Fotografie. Ein besonderes Highlight ist die Serie von Gerry Johansson, die Schwarzweiß-Aufnahmen aus Kalifornien aus dem Jahr 1983 zeigt. Diese Bilder erfassen wenig attraktive Motive wie eine Abraumhalde in Los Angeles mit der Sierra-Nevada im Hintergrund. Johansson arbeitet mit großen Kontaktabzügen, die gestochen scharfe Positive erzeugen.

Ein weiterer herausragender Beitrag stammt von Mark Ruwedel, dessen Fotografien von verbrannten Bäumen durch starke Hell-Dunkel-Kontraste bestechen. Peter Downsbroughs Arbeiten zeigen eintönige Landschaften in Frankreich, die durch schwarze Rohre akzentuiert werden, während Francesco Neri mit seinen Fotografien von Bretterbuden und deren robusten Bewohnerinnen Bilder der Bescheidenheit vermittelt.

Laurenz Berges bringt in seinen Innenaufnahmen die Spuren der Lehrer Bernd und Hilla Becher zum Ausdruck und zeigt die Einfachheit in der Einbrunger Mühle. Jem Southam dokumentiert in seiner Serie „The Pond at Upton Pyne“ zyklische Veränderungen in Devon, England, und erforscht die unnatürliche Natur und die Jahreszeiten. Zusätzlich hat John Spinks ein Waldstück in Oxfordshire fotografisch untersucht und dabei die politische Geschichte gewürdigt, die zum Tod von Dr. David Kelly führte – einem UN-Inspekteur, der der britischen Regierung vorwarf, Daten gefälscht zu haben, um die Irak-Invasion zu rechtfertigen.

Bedeutung und Herausforderungen der analogen Fotografie

Die analoge Fotografie als immaterielles Kulturerbe offenbart auch Herausforderungen. Das Wissen um diese fotografischen Verfahren, die chemische Techniken zur Erzeugung von Abbildungen auf Trägermaterialien wie Papier und Glas umfassen, schwindet zunehmend, da digitale Angebote immer dominanter werden. Nur wenige Spezialisten erlernen und lehren diese Techniken.

Jedoch erlebt die analoge Fotografie eine Renaissance als Freizeitbeschäftigung und künstlerische Ausdrucksform. Soziale Medien, Magazine und Video-Tutorials tragen dazu bei, grundlegendes Wissen über analoge Fototechniken weiterzugeben. Festivals wie analogueNOW! in Berlin bieten zudem Räume für Vernetzung und Wissensaustausch.

Allen Herausforderungen zum Trotz bleibt die analoge Fotografie ein bedeutender Bestandteil der zeitgenössischen Kunstszene und ein wertvoller Ausdruck kultureller Identität, der nun durch die offizielle Anerkennung als immaterielles Kulturerbe gefeiert wird. Weitere internationale Anerkennungen könnten in Zukunft folgen, wie die Deutsche UNSECO-Kommission betont, die darauf hinweist, dass nationale Einträge für internationale Listen vorgeschlagen werden können.

Statistische Auswertung

Genauer Ort bekannt?
Eiskellerberg, Düsseldorf, Deutschland
Beste Referenz
rp-online.de
Weitere Infos
unesco.de

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