Deutschland

Nahwärme für Wilstedt: Geplantes Projekt scheitert kläglich!

Das geplante Nahwärmeprojekt für die Gaststätte „Giovanni“ und die dazugehörige Wohnung in Wilstedt ist gescheitert. Wie der Verwaltungschef Oliver Moje bestätigte, sollte die Einrichtung an das Nahwärmenetz der Firma Nawaro Biogas WBO angeschlossen werden. Ursprünglich plante die Samtgemeinde Tarmstedt, 10.000 Euro für den Anschluss bereitzustellen, mit einer gleichen Summe von Nawaro. Diese Vereinbarung wurde Ende 2024 getroffen und ist im Haushalt 2025 eingeplant. Doch nun bleibt die Gaststätte weiterhin auf eine veraltete Erdgasheizung angewiesen.

Die Entscheidung, das Projekt auf Eis zu legen, kommt nicht ohne Kontroversen. Gäste berichten von zusätzlichen Elektroheizungen des Pächters, was wiederum zu höheren Stromkosten führt. Hinter vorgehaltener Hand äußern sich Gemeinderatsmitglieder skeptisch zu den Gründen des Scheiterns. Ein zentrales Argument ist die Kostenfrage; die geschätzten 20.000 Euro für den Anschluss wurden von den Kommunalpolitikern als übertrieben erachtet. Das Thema wurde bisher vertagt, um umfassendere Informationen zu erhalten und in einer öffentlichen Sitzung zu erörtern.

Politische und wirtschaftliche Hürden

Die endgültige Absetzung des Projekts kam, nachdem Nawaro ihr Angebot zurückgezogen hatte. In einer nicht öffentlichen Ratssitzung verlas Moje den Rückzug, während Nawaro-Betriebsleiter Heiko Gerken die Verzögerungen als eine Ursache für die Unwirtschaftlichkeit des Projekts anführte. Zukünftig plant Nawaro, eine Energiegenossenschaft in Wilstedt ins Leben zu rufen, die ab 2027 ein Nahwärmenetz betreiben soll. Diese Genossenschaft könnte möglicherweise die Gaststätte „Giovanni“ mit Wärme versorgen.

Günther Nase, Mitglied des Samtgemeinderats und Vorsitzender des Heidebad-Fördervereins, sieht die Energiegenossenschaft als eine realistische Option. Voraussetzung dafür wäre, dass die Samtgemeinde Tarmstedt dieser Genossenschaft beitritt. Diese hätte außerdem administrative Verantwortung für mehrere kommunale Einrichtungen, wie die Grundschule, den Hort sowie das Feuerwehrhaus.

Ausblick auf Nahwärmenetze in Deutschland

Die Diskussion um Nahwärmenetze und deren Finanzierung ist in Deutschland aktueller denn je. Laut einem Hintergrundpapier der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht am 31. März 2023, gibt es über 200 Energiegenossenschaften, die solche Netze betreiben. Viele von ihnen sind auf Biogasanlagen angewiesen. Die Herausforderungen sind immens: Die Biogasanlagen stehen vor dem Ende ihrer EEG-Förderung, und steigende Kosten sowie bürokratische Anforderungen setzen die Betreiber unter Druck.

Die Lösung könnte in der Entwicklung neuer Heiztechniken und in der frühzeitigen Planung von Energiegenossenschaften liegen, um eine langfristige wirtschaftliche Perspektive zu gewährleisten. Ein interner Handlungsleitfaden empfiehlt, dass Nahwärmegenossenschaften gemeinsam mit wärmeliefernden Unternehmen Konzepte zur Optimierung ihrer Betriebsabläufe entwickeln sollten. Dabei spielt auch die Unterstützung der Politik eine entscheidende Rolle, um vorteilhafte Rahmenbedingungen zu schaffen und die Finanzierung solcher Projekte zu sichern.

Für das aktuelle Geschehen in Wilstedt bleibt abzuwarten, ob das neu geplante Nahwärmenetz durch die Energiegenossenschaft tatsächlich in Betrieb genommen wird und ob dies eine bessere und nachhaltigere Lösung für die Gaststätte „Giovanni“ darstellt. Das Projekt bleibt somit im Fokus der lokalen Politik und der Öffentlichkeit, während der Bedarf an effizienter und umweltfreundlicher Energieversorgung stetig wächst.

Weser Kurier berichtet, dass … Enerpipe präsentiert Fakten zum Nahwärmenetz … und DGRV beleuchtet die Herausforderungen für Nahwärmegenossenschaften in Deutschland.

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Wilstedt, Deutschland
Beste Referenz
weser-kurier.de
Weitere Infos
enerpipe.de

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