
Boxen als Sportart erfreut sich nicht nur unter Profis großer Beliebtheit, sondern auch an Universitäten wie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Die Promotionsstudentin in Neurowissenschaften, Sally Arnhardt, hat sich dem Boxen verschrieben und ist aktives Mitglied der Hochschulsportgruppe Boxen. Die 27-jährige Sportlerin hat in der Vergangenheit Molekulare Medizin an der FAU studiert. Ihr Engagement im Boxsport ist während ihrer Studienzeit gewachsen und bietet ihr sowohl körperliche als auch mentale Vorteile.
Boxen ist weit mehr als nur Schlagen. Es stellt eine intensive Herausforderung für Körper und Geist dar. Laut Sally ist das Training zu etwa 20% physisch und zu 80% mental. Die körperlichen Übungen, die sie beim Boxen durchführt, umfassen Sit-ups, Liegestütze, Kniebeugen, Hanteltraining, Seilspringen und Sparring. Zudem glaubt sie, dass die mentale Stärke eine tragende Rolle spielt, insbesondere beim Umgang mit körperlichem Stress und Emotionen, die im Boxsport oft an der Tagesordnung sind. Trotz des zum Teil negativen Rufs, den Boxen in der Gesellschaft hat, sieht sie viele positive Aspekte und empfiehlt diesen Sport für viele Menschen.
Mentale Stärke im Boxen
Das Boxtraining verlangt nicht nur Kondition, sondern auch eine starke mentale Einstellung. Die Fähigkeit, unangenehme Aufgaben mit Disziplin anzugehen, hebt Sally als zentralen Punkt hervor. Dies ist kein Zufall, denn Disziplin ist auch laut Boxlegenden wie Mike Tyson entscheidend: „Disziplin ist, was du hasst, aber dennoch so zu tun, als würdest du es lieben.“ Während sportlicher Herausforderungen ist mentale Stärke ebenso essenziell wie körperliche Fitness. Muhammad Ali formulierte es treffend: „Es kommt immer auf die Geduld an. Wer mental stärker ist, gewinnt.“ Diese Aspekte sind im Boxen unerlässlich, um erfolgreich zu sein.
Die Möglichkeiten zur Steigerung der mentalen Stärke umfassen unter anderem das Laufen zur Stärkung des Durchhaltevermögens, Meditation zur Fokussierung und das Überwinden unangenehmer Aufgaben. Sally Arnhardt betrachtet die Arbeit an der eigenen mentalen Kraft als Grundlage für ihren Erfolg im Boxsport. Daher bringt sie auch in Vorbereitung auf Wettkämpfe, wie dem Boxtraining, täglich die nötige Disziplin auf.
Faszination Boxen und persönliche Inspiration
Sally Arnhardt ist nicht nur eine talentierte Athletin, sondern auch Teil des Trainerteams unter Headcoach Richard Obler, wo sie ihr Wissen und ihre Erfahrung an andere weitergibt. Ihre Liebe zum Boxsport zeigt sich auch in ihrer Inspirationsquelle: Ihre Mutter, die sie immer ermutigt hat, ihren Leidenschaften nachzugehen. Ein weiterer Grund für Sallys Faszination für das Boxen ist ihre Bewunderung für Regina Halmich, die nicht nur eine beeindruckende Boxerinnenkarriere hatte, sondern auch in die International Boxing Hall of Fame aufgenommen wurde.
Insgesamt wird deutlich, dass Boxen an der FAU mehr als nur ein Sport ist. Es fördert ein gesundes Gleichgewicht zwischen Körper und Geist und kann sogar helfen, Krankheitssymptome wie diejenigen von Parkinson zu lindern. Durch das intensivierte Training und die Entwicklung ihrer mentalen Stärke hat Sally Arnhardt nicht nur sich selbst weitergebracht, sondern auch einen positiven Einfluss auf Mitstudierende und die Gemeinschaft.