
Am 5. April 2025 sorgt ein verheerendes Erdbeben in Myanmar für internationale Besorgnis. Die Zerstörung hat Tausende von Menschenleben gefordert und viele andere als vermisst zurückgelassen. In einer dramatischen Entwicklung beschreibt die Welthungerhilfe die Ereignisse als „Jahrhundertkatastrophe“. Trotz dieser Notsituation setzt die Militärjunta, die seit der Machtübernahme im Jahr 2021 das Land autoritär regiert, ihre Luftangriffe fort und blockiert dringend benötigte Hilfslieferungen.
Myanmar, ein Land, das bereits seit Jahrzehnten unter einem autoritären Regime leidet, sieht sich nicht nur einem Naturdesaster gegenüber, sondern auch internen Konflikten zwischen der Militärregierung und verschiedenen Milizen. Diese Spannungen schaffen eine prekäre Lage, während die Rohingya-Minderheit weiterhin aus dem Land flieht. Der globale Fokus auf diese Krise ist jedoch begrenzt, wie Ostsee-Zeitung berichtet.
Die humanitäre Krise verschärft sich
Inmitten des Chaos wird die Humanität in Myanmar weiterhin untergraben. Laut Amnesty International waren bis Ende 2023 mehr als 25.000 Menschen aufgrund des Militärputsches inhaftiert. Dies schließt Oppositionsführer*innen, Aktivist*innen, Menschenrechtsverteidiger*innen, Journalist*innen sowie medizinisches Personal ein. Die Haftbedingungen sind katastrophal, was durch zahlreiche Berichte über Folter und Misshandlungen belegt wird.
Besonders alarmierend ist, dass im Jahr 2023 über 1.600 Menschen in unfairen Gerichtsverfahren verurteilt wurden. Diese Verfahren finden häufig in Militärgerichten statt, wo der Zugang zu Rechtsbeiständen stark eingeschränkt ist. Prominente Fälle wie die Verurteilung des politischen Aktivisten Wai Moe Naing und des Hip-Hop-Musikers Byu Har verdeutlichen die Repression, die das Land erfasst hat. Amnesty International beleuchtet diese Zustände umfassend.
Globale Ignoranz und andere Konflikte
Die Aufmerksamkeit für die Krise in Myanmar steht im Kontrast zu den zahlreichen anderen Konflikten, die ebenfalls dringende Beachtung erfordern. Im Sudan etwa hat der Zusammenbruch staatlicher Strukturen Millionen Menschen zur Flucht gezwungen. Afghanistan unter dem Taliban-Regime erfährt eine zunehmende Unterdrückung von Frauen und Mädchen. Im Kongo kämpfen Regierungstruppen erbittert gegen verschiedene Milizen, während serbische Nationalisten in Bosnien den Frieden untergraben und die EU-Integration gefährden.
Diese Konflikte destabilisieren nicht nur die betroffenen Regionen, sondern schaffen auch Rückzugsräume für Terrorgruppen. Ingesamt erfordert die internationale Gemeinschaft dringendes Handeln, um Entwicklungshilfe als Mittel zur Konfliktbewältigung zu betrachten, wie Ostsee-Zeitung feststellt.