
Amadou Bagayoko, der ikonische malische Musiker und Teil des berühmten Duos Amadou und Mariam, ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Seine Familie bestätigte seinen Tod am 4. April 2025, nachdem er sich in Bamako, Mali, in einem klinischen Zustand befand. Laut seinem Stiefsohn, Youssouf Fadiga, litt Bagayoko bereits längere Zeit an einer ungenannten Krankheit. Er hinterlässt seine Frau Mariam Doumbia und ihren gemeinsamen Sohn Sam, ebenfalls Musiker.
Das malische Kulturministerium gab in einer Mitteilung im Staatsfernsehen seine Trauer über den Verlust bekannt. Amadou und Mariam, auch bekannt als „das blinde Paar aus Mali“, wurden zu einer der bestverkauften Musikgruppen Afrikas und erlangten internationalen Ruhm durch ihre einzigartige Mischung aus traditionellen westafrikanischen Klängen und westlichem Rock sowie Pop.
Die Anfänge und der musikalische Einfluss
Die beiden Musiker lernten sich Ende der 1970er Jahre am Institut für Blinde in Bamako kennen und bildeten 1980 die Band Mali’s Blind Couple. Ihre Musik sollte dabei vor allem auf die Herausforderungen aufmerksam machen, mit denen Menschen mit Behinderungen konfrontiert sind. Sie gewannen über die Jahre zahlreiche Auszeichnungen und veröffentlichten über zehn preisgekrönte Alben, darunter:
- „Dimanche à Bamako“ (2005) – Gewinner des Victoire de la Musique in Frankreich und des BBC Radio Award for World Music 2006.
- „Folila“ (2013) – ebenfalls ausgezeichnet mit dem Victoire de la Musique.
- „Welcome to Mali“ (2008) – Nominierung für einen Grammy Award in der Kategorie Best Contemporary World Music Album.
Ihr 2004 veröffentlichtes Album „Dimanche à Bamako“ brachte ihnen internationalen Ruhm und ließ sie auf der Weltbühne strahlen. Amadou und Mariam traten mit bemerkenswerten Künstlern wie Damon Albarn, David Gilmour und Coldplay auf und waren auch bei der Nobelpreisverleihung für Barack Obama 2009 dabei.
Ein bedeutendes Erbe
Bagayokos letzter öffentlicher Auftritt fand im Rahmen der Abschlusszeremonie der Paralympischen Spiele in Paris im Jahr 2024 statt. Die beiden Musiker wurden nicht nur für ihre musikalischen Beiträge geschätzt, sondern auch für ihr Engagement, das Bewusstsein für die Lebensrealitäten von Menschen mit Sehbehinderungen zu schärfen. Laut Berichten leben in Mali etwa 170.000 blinde Menschen, und Künstler wie Amadou und Mariam zeigen, dass Kreativität auch in schwierigen Lebensumständen gedeihen kann.
Die malische Kulturszene hat nach dem Tod von Bagayoko eine immense Trauer erlebt. Kulturminister Mamou Daffé äußerte sich bestürzt über diesen Verlust. Künstler wie Manu Chao und Youssou N’Dour haben ebenfalls ihr Beileid bekundet und den Einfluss von Bagayoko sowie das Erbe des Duos gewürdigt.
Bagayoko hinterlässt ein bedeutendes Erbe, das über die Musik hinausgeht. Seine Lebensgeschichte und die seiner Frau sind ein Zeugnis für die Kraft der Kreativität und den Kampf um Inklusion und Akzeptanz, die in der Gesellschaft oft fehlen. In einer Zeit, in der technische Fortschritte weiterhin das Lernen unterstützen, bleibt die Erfahrung von Amadou und Mariam unumstritten ein leuchtendes Beispiel für die Bedeutung von Kreativität und Ausdruck im Angesicht von Herausforderungen.
Die Welt der Musik hat einen einzigartigen Künstler verloren, dessen Einfluss und Botschaft weiterhin inspirieren werden. Schmerzhafte Erinnerungen und bedeutsame Melodien werden für immer mit seinem Namen verbunden bleiben.