
Jeder Haushalt in Deutschland ist verpflichtet, einen monatlichen Rundfunkbeitrag von 18,36 Euro zu zahlen. Die Zahlung kann optional auch quartalsweise, halbjährlich oder jährlich geleistet werden. Verbraucher sind in der Verantwortung, ihre Daten bei An- oder Abmeldung einer Wohnung neu zu übermitteln. Die offizielle Website für den Rundfunkbeitrag, www.rundfunkbeitrag.de, wird vom ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice betrieben.
Die Verbraucherzentrale warnt allerdings eindringlich vor den Websites dein-rundfunkbeitrag.de und service-rundfunkbeitrag.de. Diese Seiten erheben unrechtmäßig Gebühren zwischen 29,99 und 39,99 Euro für Dienstleistungen, die eigentlich kostenlos sind. Solche Gebühren sind im Kleingedruckten versteckt und werden häufig von Verbrauchern nicht rechtzeitig wahrgenommen. Die Struktur dieser Websites ist nahezu identisch, was den Nutzern vermeintlich einfache An- und Abmeldemöglichkeiten bietet.
Rechtliche Schritte gegen unrechtmäßige Gebühren
Die Betreiber von www.service-rundfunkbeitrag.de haben angekündigt, unrechtmäßig erhobene Gebühren zurückzuzahlen, doch in vielen Fällen ist dies bisher nicht geschehen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat deshalb eine Sammelklage eingereicht. Diese richtet sich insbesondere gegen Verbraucher, die trotz unberechtigter Forderungen zur Zahlung aufgefordert werden. Betroffene können sich in ein Klageregister eintragen und somit an der Klage teilnehmen.
Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt hat die SSS-Software Special Service GmbH abgemahnt. Der Grund hierfür sind die hohen Gebühren, die für die Nutzung eines Online-Formulars zum Rundfunkbeitrag verlangt werden, ohne dass deutlich auf die Kosten hingewiesen wird. Zudem können Verbraucher Musterbriefe für Widerruf und Rückforderung nutzen, die in vielen Fällen erfolgreich akzeptiert werden.
Fallen für Verbraucher und Betrugswarnung
Seit Ende Januar 2025 ist die Website dein-rundfunkbeitrag.de aktiv, die unter dem Namen Digitaler Post Service – FZCO aus Dubai operiert. Nutzer berichten von zahlreichen Beschwerden über dieses Onlineportal, insbesondere da die Website in Google-Suchergebnissen prominent platziert ist. Oftmals sind Verbraucher sich nicht bewusst, dass die Nutzung der Formulare zur Mitteilung an den Beitragsservice mit erheblichen Gebühren verbunden ist.
Die Verbraucherzentrale warnt zudem vor Betrügern, die sich als Polizisten ausgeben und gezielt Senioren anrufen. Dieser Missbrauch zeigt eindrücklich die neuen Herausforderungen, denen sich Verbraucher gegenübersehen. Es ist ratsam, bei Verdacht auf Täuschung immer besonnen zu handeln und gegebenenfalls rechtliche Beratung in Anspruch zu nehmen.
Für weiterführende Unterstützung stehen den Verbrauchern verschiedene Beratungsangebote der Verbraucherzentralen zur Verfügung. Diese reichen von kostenlosen Kurzberatungen bis hin zu schriftlicher außergerichtlicher Rechtsvertretung gegen eine Pauschale von 40 Euro.