
Jerôme Gondorf, der ehemalige Kapitän des Karlsruher SC, steht vor einem entscheidenden Arbeitsgerichtsprozess gegen seinen früheren Arbeitgeber. Der Termin ist auf den 28. Januar um 12:00 Uhr am Arbeitsgericht Karlsruhe festgelegt. Der Streit wird vor allem um eine Forderung von nahezu einer halben Million Euro geführt, die Gondorf für sich beansprucht. Er behauptet, dass sich sein Vertrag nach dem Ende der Saison 2023/2024 automatisch verlängert habe, was der KSC jedoch bestreitet.
Gondorf kündigte an, dass er im Falle eines positiven Urteils das ihm zustehende Geld zur 100 Prozent spenden möchte. Diese Spenden sollen gleichmäßig an das Nachwuchsleistungszentrum des KSC, die aktive Fanszene und das Kinderhospiz in Karlsruhe verteilt werden. Gonorf betont, dass es ihm nicht um seinen eigenen Ruf gehe, sondern vielmehr um das Streben nach Gerechtigkeit.
Vertragliche Auseinandersetzungen und Schlichtungsverfahren
Der rechtliche Konflikt zwischen Gondorf und dem Karlsruher SC wurde bereits im Rahmen eines Schlichtungsverfahrens am 20. August des Vorjahres thematisiert, das jedoch keine Einigung brachte. In diesem Verfahren wurden auch widersprüchliche Formulierungen im Contract offenbar, die zum aktuellen Rechtsstreit führten. Die Thematik ist nicht ungewöhnlich in vertragsrechtlichen Auseinandersetzungen, insbesondere im Profi-Sport, wo spezifische Regelungen für den Status von Berufssportlern existieren.
Laut den Experten für Arbeitsrecht im Sport, die in einem Artikel zusammengefasst sind, besteht bei Mannschaftssportlern wie Gondorf in der Regel ein Arbeitsverhältnis, das managementunterworfen ist. Das lässt für den Spieler in vielerlei Hinsicht rechtliche Fragestellungen und mögliche Vertragsstrafen aufkommen, insbesondere wenn es um die Einhaltung von Teilverträgen und Nebenpflichten geht [danielweigert.de].
Auch die Beendigung und Befristung von Arbeitsverhältnissen in diesem speziellen Kontext werden häufig diskutiert. Ein Abstieg des Vereins könnte beispielsweise zu einer automatischen Beendigung des Arbeitsverhältnisses führen, was in der Vergangenheit wegen der Formulierung von Abstiegsklauseln oft zu Streit führte. Die rechtlichen Rahmenbedingungen im Profi-Sport sind dabei oft komplex und unübersichtlich.
Die bevorstehende Verhandlung gibt nun beiden Parteien die Möglichkeit, ihre Argumente verbindlich vor einem Gericht darzulegen. Die Entscheidung könnte nicht nur Einfluss auf Gondorfs zukünftige Pläne haben, sondern auch auf die rechtlichen Standards im Umgang mit Sportlern, die in vergleichbaren Situationen sind [zvw.de], [badische-zeitung.de].