
Die Handwerkskammer Konstanz setzt in Deutschland neue Maßstäbe, indem sie als erste Institution einen Zertifikatslehrgang für Handwerker zum Nachhaltigkeits- und Klimaschutzmanager anbietet. Dieser innovative Kurs hat zum Ziel, ein systematisches Management für Nachhaltigkeit und Klimaschutz in Handwerksbetrieben zu entwickeln. Teilnehmer lernen, wie sie eine Erklärung gemäß dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex veröffentlichen und konkrete Nachhaltigkeitsziele implementieren können. Dieses Pilotprojekt wird von der Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg gefördert, die jährlich rund 35 bis 40 Millionen Euro für gemeinnützige Projekte bereitstellt. Die Stiftung umfasst drei Unterstiftungen, darunter die Klimaschutzstiftung, die Stiftung Kinderland Baden-Württemberg und der Artur-Fischer-Erfinderpreis.
Die ersten Absolventen erhielten kürzlich ihre Zertifikate in der Singener Bildungsakademie. Georg Hiltner, der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Konstanz, betont, dass Nachhaltigkeit im Handwerk einen zentralen Wettbewerbsfaktor darstellt. Er hebt hervor, dass nachhaltiges Handeln nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch von Bedeutung ist und damit erheblich zur Gewinnung von Auszubildenden beitragen kann. Aufgrund des großen Erfolgs des ersten Lehrgangs plant die Handwerkskammer im Oktober einen weiteren Kurs.
Wichtige Unterstützer und Akteure
Die Zertifikate wurden von Theresia Bauer, der Geschäftsführerin der Baden-Württemberg Stiftung, überreicht, die die Teilnehmer für ihre Leistungen lobte. Auch Peter Haas, der Hauptgeschäftsführer von Handwerk BW, sprach von einer bereits initiierten Nachhaltigkeitsoffensive und dem innovativen Konzept der Klimaampel zur CO2-Bilanzierung, das Handwerksbetriebe bei der Einhaltung ihrer Klimaziele unterstützt. Andreas Rebholz von Handwerk BW unterstrich den Mehrwert eines funktionierenden Nachhaltigkeitsmanagements, das nicht nur ökologische Herausforderungen adressiert, sondern auch wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt.
Bernd Klaiber, Geschäftsführer eines Autohauses und einer der 20 Teilnehmer des Lehrgangs, sieht sich selbst als Vorbild für seine Kollegen im Bereich Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Er betont die Wichtigkeit von persönlichem Engagement und dem Austausch innerhalb der Branche.
Die Rolle des Handwerks in der Nachhaltigkeit
Das Handwerk spielt eine entscheidende Rolle in der Umsetzung von Nachhaltigkeits- und Klimaschutzmaßnahmen, so handwerk.de. Ohne die Expertise und das Engagement der Handwerksbetriebe sind Fortschritte in den Bereichen Smart Homes, erneuerbare Energien und moderne Mobilitätstechniken kaum vorstellbar. In Deutschland engagieren sich rund 450.000 Handwerksbetriebe mit fast 2,5 Millionen Beschäftigten in etwa 30 Gewerken für den Klimaschutz.
Das Handwerk wird als die größte aktive Klimaschutzbewegung des Landes angesehen, da es sich durch hohe Qualität und individuelle Anpassungen auszeichnet, die für Langlebigkeit sorgen. Der Fokus auf Reparatur und Instandsetzung im Handwerk hilft, Ressourcen zu schonen und Abfall zu minimieren. Die Nahversorgung, die Nutzung regionaler Rohstoffe und die Vermeidung langer Lieferketten sind zentrale Aspekte, die das Handwerk nachhaltig gestalten.
In Anbetracht des hohen Bedarfs an zusätzlichen Fachkräften im Handwerk ist es wichtig, junge Menschen zu ermutigen, eine Ausbildung in klimabezogenen Berufen zu beginnen. Auf diese Weise können sie aktiv am Klimaschutz teilnehmen und zur Transformation zu einem nachhaltigeren Wirtschaftsmodell beitragen.