
In Schwäbisch Gmünd wird ein neues Kapitel in der frühkindlichen Betreuung aufgeschlagen. Die Stadtverwaltung plant die Errichtung einer modernen Kindertagesstätte (Kita) in Wetzgau, die bis zum Jahresende 2025 fertiggestellt werden soll. Oberbürgermeister Richard Arnold hebt den dringenden Bedarf an zusätzlichen Plätzen im nördlichen Stadtgebiet hervor. Die Initiative wurde durch die Ortsvorsteherin Dr. Ute Schütte unterstützt, die auf den großen Bedarf an Kindergartenplätzen im Rehnenhof-Wetzgau hinweist. Der Gemeinderat soll am 30. April über die Bau- und Vergabebeschlüsse abstimmen, während der Bauausschuss bereits am 19. März eine detaillierte Besprechung des Projekts anberaumt hat. Der Kostenrahmen für die neue Einrichtung beläuft sich auf etwa 2,9 Millionen Euro.
Das geplante Gebäude wird auf dem Bolzplatz beim TV Wetzgau errichtet, eine Ersatzfläche für den Bolzplatz ist nicht vorgesehen. Der Bildungs- und Sportamtsleiter Klaus Arnholdt verweist allerdings auf die Möglichkeit, die Sportflächen der Friedensschule als Alternative zu nutzen. Dies hat in der Vergangenheit aufgrund der drängenden Kita-Nachfrage zu einem provisorischen Kindergarten in Modulbauweise bei der Kolomanhalle geführt. Der alte Kindergarten St. Koloman ist sanierungsbedürftig und eine Renovierung wird als wirtschaftlich ungünstig erachtet.
Entwicklung und Kapazität der neuen Einrichtung
Die neue Kita wird Platz für rund 120 Kinder bieten, darunter auch eine Gruppe für unter Dreijährige. Aktuell sind im St. Koloman etwa 100 Kinder ab drei Jahren untergebracht. Eltern in Wetzgau sind oft gezwungen, für einen Platz bis nach Degenfeld zu fahren, was nicht akzeptiert wird. Viele von ihnen überbrücken die Wartezeit mithilfe von Großeltern oder anderen Betreuungsmöglichkeiten. Die Engpässe bei Kitaplätzen sind sowohl in Wetzgau als auch in anderen Teilen von Gmünd spürbar. Laut Klaus Arnholdt gibt es zwar einen Mangel an Fachkräften, jedoch bleiben Klagen von Eltern aus.
In Gmünd haben sich die Engpässe etwas durch die Schaffung neuer Gruppen in verschiedenen Einrichtungen, wie im Kinderhaus Sonnenhügel, entspannt.
In Reaktion auf die wachsende Nachfrage sind mehrere neue Kitas in der Planung, darunter ein Bauernhof-Kindergarten und ein Waldkindergarten. Diese Entwicklungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem eine fortdauernde Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren zu verzeichnen ist. Der gesetzliche Anspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem ersten Geburtstag bleibt eine Herausforderung für Kommunen, die unter finanziellem Druck stehen.
Der Blick in die Zukunft
Einige Stadträte, wie der CDU-Vertreter Martin Bläse, betonen, dass Projekte nicht ausschließlich nach ihrem Fertigstellungszeitpunkt bewertet werden sollten. Die SPD-Politikerin Maren Zengerle erkundigte sich nach möglichen Erweiterungsmöglichkeiten für die Kita, während andere, wie Sebastian Fritz von der söl, den Vorschlag einer Holzbauweise einbrachten und auf den Zugang zu den Bauunterlagen drängten. Andreas Wörner von der AfD lobt das Projekt als Investition in die Zukunft.
Generell gibt es Berichte über einen dramatischen Rückgang des Fachkräfteanteils in Kitas. Eine aktuelle Studie zeigt, dass 2023 nur noch 32 Prozent der Kita-Teams bundesweit mehr als 82,5 Prozent Fachkräfte haben. Dieser Abwärtstrend trifft insbesondere Westdeutschland stärker als den Osten, wo Kitas besser aufgestellt sind. Die Bertelsmann Stiftung warnt vor einem weiteren Absenken des Fachkräfte-Anteils, was die Herausforderungen im Bereich der frühkindlichen Bildung zusätzlich verschärfen könnte.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die neue Kita in Wetzgau einen bedeutenden Schritt darstellt, um den wachsenden Bedarf an Betreuungsplätzen im Ostalbkreis zu adressieren. Doch der Fachkräftemangel und die finanzielle Belastung der Kommunen bleiben zentrale Themen, die weiterhin angegangen werden müssen.