
Im Vorfeld der nächsten Landtagswahl in Baden-Württemberg zeichnet sich ein spannender Wettkampf um das Direktmandat im Wahlkreis Backnang ab. Jens Steinat von der CDU hat sich als Herausforderer von Ralf Nentwich, dem amtierenden Abgeordneten der Grünen, positioniert. Steinat plant nicht nur, dieses Mandat zu gewinnen, sondern auch gleichzeitig seine Tätigkeit als Arzt in Teilzeit fortzuführen. Dies sorgt für Irritationen bei Nentwich, der auf die politischen Herausforderungen und den zeitlichen Aufwand eines Mandats hinweist.
Ralf Nentwich ist seit einem Jahr im Stuttgarter Landtag tätig und hat sich in dieser Zeit als wichtige Stimme der Grünen etabliert. Er gewann das Direktmandat bei der Landtagswahl am 14. März 2021 mit 24,0 % der Stimmen und ist mit diesem Ergebnis nur knapp vor dem CDU-Kandidaten Georg Devrikis (23,2 %) ins Parlament eingezogen. Nentwich war zuvor als Murrhardter Stadtrat und Leiter des Kreismedienzentrums aktiv und ist jetzt der erste Grüne, der für dieses Gebiet im Landtag sitzt.
Steinat’s Pläne und die Reaktion der Grünen
Jens Steinat möchte sich neben seinem politischen Engagement auch weiterhin als Arzt betätigen. Dies wirft jedoch die Frage auf, ob die duale Rolle im Landtag und als Teilzeit-Arzt umsetzbar ist. Ralf Nentwich zeigt sich irritiert über Steinat’s Pläne, da er den enormen Zeitaufwand eines Abgeordnetenalltags kennt. „Politische Prozesse benötigen Zeit“, merkt Nentwich an, und berichtet von seinen durchschnittlichen 70 Arbeitsstunden pro Woche, die sein Familienleben belasten.
Nentwich, der zwei Kinder hat, sieht seine Familie oft nur beim Frühstück. In Sitzungswochen übernachtet er zudem manchmal in einem Stuttgarter Hotel. Auf der anderen Seite hat er sein Hobby, die Imkerei, von 40 auf 7 Bienenvölker reduziert, was einen weiteren Hinweis auf den intensiven Arbeitsrhythmus gibt, den er gewählt hat.
Als Sprecher der Grünen-Fraktion für digitale Bildung hebt Nentwich auch die Herausforderungen hervor, die mit der Digitalisierung der Schulen verbunden sind. Backnang wird als Modellregion für das Projekt „Gutes Schulessen mit kommunalem Konzept“ gefördert, wobei Nentwich sich besonders für die Verbesserung der Essensqualität in Kantinen und Schulmensen engagiert.
Politische Landschaft und Wahlergebnisse
Die Landtagswahl im Jahr 2021 war die erste Wahl nach der Reform im Wahlgesetz. Die Grünen erreichten 32,6 % der Stimmen, während die CDU auf 24,1 % kam. Dieses Resultat stellt eine aufregende Wendung in der baden-württembergischen Politik dar, da die Grünen im Vergleich zur vorherigen Wahl einen Zuwachs von 2,3 % verbuchen konnten, während die CDU einen Verlust von 2,9 % erleiden musste. Die Wahlbeteiligung betrug damals 63,8 %.
Die nächsten Wahlen sind bereits für das Frühjahr 2026 angesetzt, was die Konkurrenz zwischen Steinat und Nentwich weiter anheizen wird. Besonders im Kontext der aktuellen Herausforderungen, die in der Landespolitik bestehen, könnte das Thema der Mehrfachbeschäftigungen und die Vereinbarkeit von Beruf und Mandat eine weiterhin kontrovers diskutierte Rolle spielen.
Die Politik im Landtag ist geprägt von einer „Show“, wie Nentwich sie beschreibt, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Wahlkampagnen entwickeln werden. Das Ergebnis im Wahlkreis Backnang könnte dabei entscheidend für die zukünftige Ausrichtung der Landespolitik in Baden-Württemberg sein.
Für weiteren Detailinformationen und Hintergründe zu dieser Thematik sind die Artikel von zvw.de und murrhardter-zeitung.de sehr aufschlussreich. Auch die umfassenden Wahlanalysen auf Wikipedia bieten eine wichtige Kontextualisierung.