
Immer mehr Menschen in Deutschland nehmen teil am Trend des „Dry January“ und verzichten im Januar auf Alkohol. Rund 22 Prozent der Bevölkerung schließen sich der Bewegung an, bei den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar 45 Prozent. Wie SWR.de berichtet, wird dieser Trend von Experten wie Prof. Christian Trautwein, dem Leiter des Leberzentrums im Klinikum Stuttgart, begrüßt. Der Alkoholverzicht kann innerhalb weniger Wochen zu einer gesünderen Leber führen und das Risiko für verschiedene Krankheiten, wie Bluthochdruck und Tumore, langfristig senken.
Neben gesundheitlichen Vorteilen gibt es auch praktische Tipps für den erfolgreichen Durchhalt des Alkoholverzichts. Dr. Johanna Graf, Psychologische Psychotherapeutin, empfiehlt unter anderem, leckere alkoholfreie Alternativen zu entdecken, ansprechende Gläser für alkoholfreie Cocktails zu verwenden und sich selbst mit Belohnungen zu motivieren, wie etwa einem Wellnesswochenende. Eine weitere Untersuchung, die unter 800 Personen von der Universität Sussex durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass 82 Prozent der Teilnehmenden ihren Umgang mit Alkohol reflektierten, und viele berichteten von besserem Schlaf und Gewichtsverlust durch die 31-tägige Abstinenz.
Wachstum alkoholfreier Alternativen
Der Anteil der alkoholfreien Optionen boomt und unterstützt den „Dry January“. Aktuell macht entalkoholisierter Sekt rund sechs Prozent des gesamten Schaumweinkonsums in Deutschland aus, und der Markt für alkoholfreie Weine, Biere und Spirituosen wächst. Falstaff.com prognostiziert, dass der Konsum alkoholfreier und alkoholreduzierter Getränke bis 2026 um ein Drittel steigen wird. Obgleich gelegentlicher Alkoholgenuss, wie ein Glas Wein, positive Effekte haben kann, sollten die Mengen dosiert werden, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden.
Während das allgemeine Bewusstsein für die negativen Auswirkungen des Alkoholkonsums steigt, sehen die Weinbau-Branche und andere alkoholproduzierende Sektoren sich mit Herausforderungen konfrontiert. Der Rückgang des Alkoholkonsums in Deutschland könnte beträchtliche Auswirkungen auf diese Industrien haben, weshalb sie sich an die Veränderungen im Konsumentenverhalten anpassen müssen.