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Krise der deutschen Luftfahrt: Steuern erdrücken die Branche!

Die Luftfahrt in Deutschland kämpft weiterhin mit erheblichen Herausforderungen, die durch hohe Kosten und politische Entscheidungen verstärkt werden. Laut Welt ist die Branche von den Folgen der Corona-Pandemie nicht im vollen Umfang erholt. Der Präsident des Luftverkehrswirtschaftsverbands, Jens Bischof, äußerte seine Bedenken über die unzureichende Unterstützung durch die Bundesregierung und die Schwierigkeiten, mit denen Airlines derzeit konfrontiert sind. Deutschland erreicht nur 90% des Niveau von vor der Krise, während die Zahl der angeflogenen Flughäfen von 1800 im Jahr 2019 auf lediglich 1600 gesunken ist.

Im Rahmen der Koalitionspolitik plant die Regierung eine Steuerentlastung auf Flugtickets in Höhe von 2,50 Euro pro Passagier und Abflug. Diese Maßnahme wird von Bischof als unzureichend angesehen. Er fordert die vollständige Abschaffung der Ticketsteuer, ein Schritt, den Schweden bereits erfolgreich umgesetzt hat. Im Koalitionspapier sind jedoch lediglich zehn Zeilen zur Unterstützung der Luftfahrt formuliert.

Erhöhung der Luftverkehrsteuer gefährdet Erholung

Ein weiterer Kritikpunkt sind geplante Erhöhungen der Luftverkehrsteuer, die ab dem 1. Mai 2023 um rund 25 Prozent ansteigen soll, wie BDL berichtet. Diese Erhöhung könnte sich als schädlich für die Investitionskraft der Fluggesellschaften herausstellen, insbesondere im Hinblick auf die Dekarbonisierung der Luftfahrt. Die Luftverkehrswirtschaft fordert die Bundesregierung auf, die zusätzlichen Einnahmen für Klimaschutzmaßnahmen zu nutzen, was jedoch im Koalitionsvertrag nicht ausreichend verankert wurde.

Lammers, Präsident des BDL, betont, dass die drastische Kürzung der Förderung für nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) die Erfüllung künftiger Umweltvorgaben gefährden könnte. Deutschland verzeichnet im europäischen Vergleich die höchsten Standortkosten im Luftverkehr, was die Wettbewerbsfähigkeit weiter beeinträchtigt. Der Druck auf die Branche wächst: Innereuropäische Flüge kosten zurzeit etwa 30 Euro pro Passagier.

Nachhaltige Flugkraftstoffe im Fokus

Die Diskussion um nachhaltige Flugkraftstoffe ist nicht neu. Der Luftfahrtsektor strebt an, bis 2050 netto null Treibhausgasemissionen zu erreichen. Jedoch sind die Mengen an SAF derzeit nicht ausreichend verfügbar, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden, berichtet KPMG. Der Bedarf an SAF wird bis 2030 voraussichtlich auf fast 6 Milliarden Gallonen steigen, während die Erzeugung 2023 nur bei 1,3 Milliarden Gallonen liegt.

Die Branche steht vor der Herausforderung, die ansteigenden Passagierzahlen und die damit verbundenen CO2-Emmissionen zu managen. In einem „Weiter-so“-Szenario könnte der Flugverkehr bis 2050 bis zu 10 Prozent des globalen CO2-Restbudgets für einen Temperaturanstieg um 1,5 °C verbrauchen. Dies verdeutlicht die Dringlichkeit für effektive Maßnahmen und Investitionen in den Bereich der nachhaltigen Flugkraftstoffe.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die deutsche Luftfahrt vor komplexen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen steht. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und die Erholung zu fördern, sind umfassende Maßnahmen und eine klare Strategie von der Regierung erforderlich, um sowohl der Branche als auch den Klimazielen gerecht zu werden.

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