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Burlesque Chronicles: Stuttgarts aufregende Reise zur Selbstbestimmung!

Im Friedrichsbau Varieté in Stuttgart steht die Bühne für eine große künstlerische Entfaltung. Unter dem Titel „Burlesque Chronicles“ präsentieren Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt ihre Talente, während sie die Kunstform Burlesque zelebrieren. Diese Mischung aus Tanz, Theater, Satire und Selbstausdruck hat eine lange und faszinierende Geschichte, die bis in die Anfänge des 17. Jahrhunderts in Europa zurückreicht.

Ursprünglich als literarische Form in Italien bekannt, entwickelte sich Burlesque im 19. Jahrhundert in England zu einer Theatervorstellung, die Komödie, Musik und aufwändige Kostüme vereinte. In Nordamerika, besonders während der Suffragettenbewegung der 1860er Jahre, nahm die Kunstform eine Wendung und beinhaltete Striptease und politische Kommentare. [Haenfler] berichtet, dass die sogenannten British Blondes diese Art der Performance prägten und das Fundament für weiblich dominierte Burlesque-Shows legten.

Neo-Burlesque und Empowerment

Ein besonders wichtiger Aspekt der heutigen Burlesque-Szene ist die Neo-Burlesque-Bewegung, die in den 1980er Jahren in den USA entstand. Diese Bewegung betont die Selbstbestimmung und das Empowerment von Performerinnen. Künstlerinnen wie Louise Lamour, die seit über 12 Jahren in der Szene aktiv ist, teilen die Überzeugung, dass Burlesque ein gewohntes Spiel mit gesellschaftlichen Tabus ist und gleichzeitig der Ausdruck von individueller Freiheit.

Die Herausforderungen, denen sich die Performerinnen stellen müssen, sind vielfältig: Zeitdruck bei den Proben, das aufwändige Kostümdesign und gesellschaftliche Vorurteile. Dennoch zeigt sich Lamour optimistisch bezüglich der Zukunft des Burlesque und träumt von einem Auftritt in Las Vegas. ZVW hebt hervor, dass die Akzeptanz von Burlesque in verschiedenen Ländern, wie in Deutschland und Portugal, stark variiert.

Die Stuttgarter Veranstaltung wird von Merlin Johnson, bekannt als Ferkel Johnson, moderiert. Seine Karriere begann in Berlin, inspiriert durch eine Burlesque-Tänzerin, und seither hat sich die Neo-Burlesque-Szene stark gewandelt. Diese heutigen Aufführungen sind geprägt von Diversität und Inklusivität. Performerinnen unterschiedlicher Körperformen, Hautfarben und Altersgruppen füllen die Bühnen und bringen spannende Geschichten sowie soziale Kommentare auf die Leinwand.

Ein Blick auf die Geschichte von Burlesque

Burlesque erlebte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine goldene Ära. Ikonen wie Gypsy Rose Lee und Mae West prägten die Aufführungen, die sich durch ihren gewagten Humor und die Herausforderung gesellschaftlicher Normen auszeichneten. Die Minsky Brothers Burlesque Shows in New York führten die Kunstform in eine „hohe Klasse“ und erweiterten ihre Reichweite über landesweite Vaudeville-Touren.

In den 1930er Jahren erlebte die Burlesque jedoch einen Rückschlag, als New York Citys Bürgermeister Fiorello LaGuardia wegen moralischen Bedenken die Minsky-Shows schloss. Das führte in den folgenden Jahrzehnten zu einem allgemeinen Rückgang der Beliebtheit. Erst mit dem Auftritt moderner Burlesque-Künstlerinnen wie Dita Von Teese und der Filmreihe Moulin Rouge! erlebte Burlesque eine Renaissance.

Heutzutage verbindet die Burlesque Theorie und Praxis, indem sie sowohl Unterhaltung als auch kritische Kommentare über Geschlechterrollen und Körperpolitiken bietet. Diese moderne Phase feiert die Vielfalt und den Ausdruck individueller Identität. Die Resilienz und Anpassungsfähigkeit von Burlesque, die in jeder Phase ihrer Geschichte sichtbar ist, stellt sicher, dass diese Kunstform auch in der Zukunft relevant bleibt.

Die Veranstaltung „Burlesque Chronicles“ wird noch bis zum 1. Juni 2023 im Friedrichsbau Varieté aufgeführt. Tickets sind auf der Website des Varieté erhältlich und laden dazu ein, Teil dieser faszinierenden Welt zu werden.

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Friedrichsbau Varieté, Stuttgart, Deutschland
Beste Referenz
zvw.de
Weitere Infos
haenfler.sites.grinnell.edu

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