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Die Gesundheitskompetenz der Deutschen: Eine alarmierende Studie!

Die Gesundheitskompetenz in Deutschland ist alarmierend rückläufig. Eine aktuelle Studie der Technischen Universität München (TUM), in Zusammenarbeit mit der „Apotheken Umschau“, zeigt, dass der Großteil der Bevölkerung Schwierigkeiten hat, sich im Dschungel gesundheitsrelevanter Informationen zurechtzufinden. Nur 25 Prozent der Erwachsenen geben an, gut mit diesem Thema umgehen zu können. Dies bedeutet, dass rund 75 Prozent erhebliche Probleme haben, sowohl Informationen zur Prävention als auch zur Behandlung von Krankheiten zu finden, zu verstehen und anzuwenden. Laut den Studienautoren hat sich die Gesundheitskompetenz in Deutschland in den letzten zehn Jahren deutlich verschlechtert, von 54 Prozent im Jahr 2014 über 64 Prozent im Jahr 2020, bis hin zu besorgniserregenden 75,8 Prozent in der aktuellen Studie.

Ein wesentliches Problem besteht darin, dass diese Schwierigkeiten alle Gesellschaftsgruppen betreffen, unabhängig von Migrationshintergrund, Bildungsniveau, Beschäftigungsstatus oder Einkommen. Besonders ausgeprägt sind die Herausforderungen jedoch bei jüngeren Menschen. Interessanterweise zeigen Menschen über 60 Jahre und solche aus Ostdeutschland im Schnitt bessere Werte in der Gesundheitskompetenz. Dies wirft die Frage auf, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, um die Situation zu verbessern.

Ökonomische Folgekosten und gesellschaftliche Auswirkungen

Die ökonomischen Folgekosten der mangelnden Gesundheitskompetenz sind enorm. 2022 beliefen sie sich auf bis zu 24 Milliarden Euro. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) legen nahe, dass diese Kosten zwischen 3 und 5 Prozent der Gesamtausgaben im Gesundheitswesen ausmachen. Menschen mit geringer Gesundheitskompetenz sind nicht nur häufiger und länger krank, sie nutzen auch Notfalldienste öfter und befolgen Behandlungsempfehlungen seltener. Dies unterstreicht die Dringlichkeit, das Thema in der politischen Agenda ganz oben anzusiedeln.

Die Studienautoren haben in diesem Kontext zehn Forderungen an die Politik formuliert. Dazu gehören unter anderem die Verbesserung der Gesundheitsbildung, die Stärkung der Medienkompetenz sowie die Entwicklung eines Lotsensystems, um den Bürgern den Zugang zu wichtigen Informationen zu erleichtern. Auch die barrierearme Kommunikation spielt eine zentrale Rolle.

Definition und Einflussfaktoren der Gesundheitskompetenz

Was genau ist Gesundheitskompetenz? Sie umfasst die Fähigkeiten, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu bewerten und für fundierte Entscheidungen zu nutzen. Dieser Begriff geht über grundlegende Lese- und Schreibfähigkeiten hinaus und schließt auch Wissen, Motivation und Kompetenzen ein. Das Ziel ist es, im Alltag über das Gesundheitswesen, Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung informiert zu sein und Entscheidungen zu treffen, die die eigene Lebensqualität erhalten oder verbessern.

Die allgemeine Gesundheitskompetenz beschreibt themen- und kontextübergreifende Fähigkeiten im Umgang mit gesundheitsrelevanten Informationen. Spezifische Gesundheitskompetenzen beziehen sich auf Bereiche wie Gesundheitsverhalten, beispielsweise Ernährung und Bewegung, sowie auf Kenntnisse über spezifische Krankheiten. Die Verfügbarkeit und Qualität der bereitgestellten Informationen spielt eine entscheidende Rolle für das Maß der Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung. Strukturen in Organisationen, Einrichtungen des Gesundheitswesens, Schulen und Betrieben können ebenfalls entscheidend zur Förderung von Gesundheitskompetenz beitragen, wie RKI erklärt.

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