
Das Jahr 2024 wird als das erfolgreichste touristische Jahr in der Geschichte Münchens gefeiert – seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1912. Die bayerische Landeshauptstadt verzeichnete beeindruckende 19,7 Millionen Übernachtungen in Hotels mit zehn und mehr Betten, was einem Anstieg von 5,8 Prozent im Vergleich zu 2023 entspricht, wie die tz berichtet.
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste betrug 2,12 Tage, leicht gesunken im Vergleich zu 2023, wo sie bei 2,18 Tagen lag. Trotz des Rekordtourismus musste die Stadt jedoch aufgrund eines Verbots des Freistaats auf potenzielle Steuereinnahmen von rund 123 Millionen Euro verzichten. Diese Ausfälle resultieren aus dem Verbot, eine Übernachtungssteuer einzuführen, was laut SPD-Chef Christian Köning eine erhebliche Einnahmequelle für die Stadt hätte darstellen können.
Die Debatte um die Übernachtungssteuer
Die Stadt hatte eine moderate Übernachtungssteuer von fünf Prozent auf den Übernachtungspreis planen wollen. Jedoch wurde diese Initiative durch eine Gesetzesänderung des bayerischen Landtags unterbunden. Die bayerische Staatsregierung begründet das Verbot damit, dass eine solche Steuer dem Tourismussektor schaden könnte. München hat mittlerweile Klage gegen dieses Verbot eingereicht, und mehrere andere Kommunen unterstützen diesen Schritt.
Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) äußerte sich positiv über das Tourismusjahr 2024 und betonte insbesondere die Bedeutung von Großveranstaltungen wie Konzerten und der UEFA EURO 2024, die zur Attraktivität der Stadt beitragen. Im August 2024 verzeichnete München einen Rekordmonat mit 2,1 Millionen Übernachtungen, was einem erstaunlichen Anstieg von 18,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Bestwerte in der Übernachtungsstatistik
Die positiven Entwicklungen setzten sich über das gesamte Jahr hinweg fort. In den Monaten Januar, Februar, März, Mai, Juni, August, Oktober, November und Dezember wurden durchweg Bestwerte mit über einer Million Übernachtungen registriert. Diese Zahlen spiegeln nicht nur die hohe Nachfrage wider, sondern verdeutlichen auch die Auswirkungen von saisonalen und regionalen Entwicklungen im Tourismus, wie sie in der umfangreichen Statistik der Statistikportal dokumentiert sind.
Übernachtungsstatistiken, die sowohl In- als auch Auslandsreisende einbeziehen, ermöglichen ein besseres Verständnis des Reiseverhaltens der Gäste. Dazu werden unter anderem die Auslastung der Beherbergungsbetriebe und die wirtschaftlichen Aspekte des Gastgewerbes erfasst, einschließlich Beschäftigungszahlen und Umsätzen.
München steht daher nicht nur vor Herausforderungen in der Tourismuspolitik, sondern hat auch die Chance, seine Position als führendes Touristenziel in Deutschland und Europa weiter auszubauen. Die Diskussion um eine Übernachtungssteuer könnte dabei eine zentrale Rolle spielen, insbesondere wenn der Stadtstaat auf diese Weise versuchen möchte, den Verlust an Steuereinnahmen auszugleichen.