Nürnberg

Tiergarten Nürnberg: Kritisierte Delfine und leere Gehege im Winter!

Die öffentliche Wahrnehmung von Zoos bewegt sich in einem Spannungsfeld zwischen Tradition und Kritik. Der Tiergarten Nürnberg, einer der letzten Zoos in Deutschland, der Delfine hält, steht zentral in dieser Debatte. Dies sorgt für gemischte Reaktionen, sowohl von Familien, die den Zoo besuchen, als auch von Tierschützern, die die Haltung der Tiere in Frage stellen. Aktuelle Entwicklungen, wie eine Reihe von Baustellen und Personalmangel, werfen zusätzlich Fragen auf.

In der Winterzeit sind die Gehege des Tiergartens oft leer, was einige Besucher enttäuscht. Die Hoffnungen, einst geliebte Tiere wie Elefanten und Nashörner zu sehen, sind bislang unerfüllt geblieben. Eine Besucherin äußert, dass die Rückkehr dieser Tiere entscheidend für ihre zukünftigen Besuche ist. Der Tiergarten hat jedoch bekannt gegeben, dass seit September 2024 wieder zwei Nashörner verfügbar sind. Aktuell bewohnen sie das Elefantenhaus gemeinsam mit Visayas-Pustelschweinen.

Debatte um die Delfinhaltung

Die Delfinhaltung im Tiergarten Nürnberg wird seit über einem Jahrzehnt kritisiert. Tierschutzorganisationen, darunter Peta, sprechen von „Tierquälerei“. Armin Fritz, ein Tierpfleger im Zoo, betont, dass das Wohl der Tiere höchste Priorität hat und erklärt, die Delfine führen täglich mehrere Shows vor bis zu 1.200 Gästen auf. Diese Trainingseinheiten finden sechsmal täglich statt und ziehen die Aufmerksamkeit zahlreicher Besucher an.

Im Durchschnitt haben die Delfine im Tiergarten eine Lebenserwartung von 25,9 Jahren, was über der natürlichen Lebenserwartung dieser Arten liegt. Der Zoo hat erfolgreich sechs Delfinkälber aufgezogen, jedoch ist die Sterblichkeitsrate der Tiere schwer zu beurteilen, da es umfangreiche Zuchtprogramme gibt. Zudem sind die baulichen Gegebenheiten der Delfinlagune problematisch, da die Anlage Mängel aufweist, unter anderem ein undichtes Becken, was zu Streitigkeiten mit der verantwortlichen Baufirma führt.

Kritik und baukritische Zeiten

Öffentliche Diskussionen stellen auch die generelle Tierhaltung in Zoos in Frage. Zoos, ehemals Räume mit kargen Käfigen, haben sich mittlerweile in Bildungseinrichtungen verwandelt. Die Verlangsamung des Lebens im Zoo, insbesondere an Orten wie dem Tiergarten in Nürnberg, erfordert jedoch einen Wandel. Internationale Akkreditierungen, wie die von der World Association of Zoos and Aquariums (WAZA), sind ein Indikator für ein Engagement in Richtung Tierschutz und ethische Tierhaltung.

Trotz dieser Standards bleibt der Tiergarten Nürnberg in der Kritik. Der Umstieg auf nachhaltige Praktiken, wie Energieeinsparung und Abfallmanagement, zeigt, dass Zoos als Orte des Lernens und Umweltschutzes betrachtet werden wollen. Dies gelingt jedoch nicht ohne öffentliche Unterstützung und angepasste Standards. Ein Umdenken ist notwendig, um Tiere artgerecht zu halten und gleichzeitig den Besuch von Familien zu ermöglichen.

Auf den Straßen Nürnbergs regt sich Unmut, Protestaktionen fordern ein Umdenken über die Tierhaltung im Zoo. Die Diskussion, ob dieser Zoo in der modernen Welt noch einen Platz hat, wird weitergehen. Die Frage steht dabei im Raum, wie man sowohl Tierschutz als auch das Interesse der Öffentlichkeit an Tieren miteinander in Einklang bringt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Tiergarten Nürnberg, trotz seiner Herausforderungen, eine wichtige Rolle im Diskurs über Tierhaltung und Artenschutz spielt. Wie diese Zukunft gestaltet wird, bleibt abzuwarten.

Für weitere Informationen lesen Sie die Artikel von inFranken oder t-online. Weitere Hintergründe zum Tierschutz in Zoos finden Sie hier: tierschutzvereine.de.

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Tiergarten Nürnberg, Deutschland
Beste Referenz
infranken.de
Weitere Infos
t-online.de

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