
Der Wiederaufbau der maroden Ringbahnbrücke in Berlin steht im Fokus der Diskussionen um die künftige Verkehrsinfrastruktur. Der Berliner Landesverband des BUND hat eine klare Forderung erhoben: Nach dem geplanten Abriss soll die Brücke in einer abgespeckten Form wieder errichtet werden. Gabi Jung, die Geschäftsführerin des BUND Berlin, hat betont, dass mindestens eine Fahrspur pro Richtung wegfallen müsse. Diese Forderung bezieht sich nicht nur auf die Ringbahnbrücke, sondern auch auf den Neubau der Rudolf-Wissell-Brücke sowie perspektivisch die gesamte A100 und Avus, wie rbb24 berichtet.
Der Umweltverband argumentiert, dass die Reduzierung von Fahrspuren im Einklang mit dem Konzept der ‚Verkehrsverdunstung‘ steht. Dieser Begriff beschreibt die Beobachtung, dass Menschen nach einer gewissen Eingewöhnungszeit, wenn weniger Straßen bereitstehen, auf alternative Wege und Verkehrsmittel ausweichen. Das Prinzip ist in der Verkehrswissenschaft seit vielen Jahren anerkannt. Laut BUND sei es zudem kostengünstiger, den Öffentlichen Nahverkehr auszubauen, anstatt das Straßennetz weiter instand zu halten.
Herausforderungen und geplante Projekte
Die Berliner Stadtautobahn, die die A100, A115 und A111 umfasst, ist stark frequentiert. Täglich nutzen Tausende Berliner diese Autobahn, die dafür sorgt, dass zwischen 180.000 und 230.000 Fahrzeuge nicht durch Wohngebiete fahren müssen. Da die Strecken aufgrund von Alter und hoher Belastung jedoch nicht mehr leistungsfähig sind, plant die DEGES mehrere Großprojekte zur Erneuerung der Infrastruktur. Ziel dieser Projekte ist es, die Leistungsfähigkeit langfristig zu sichern, die Verkehrssicherheit zu verbessern und Anwohner vor Luftschadstoffen sowie Lärm zu schützen, wie auf der Webseite von DEGES erläutert wird DEGES.
Zu den Projekten zählen der Umbau des Autobahndreiecks Funkturm sowie der Ersatz der Rudolf-Wissell- und Westendbrücke. Die neue Rudolf-Wissell-Brücke wird aus zwei getrennten Brückenbauwerken bestehen und soll die Infrastruktur leistungsfähiger gestalten, ohne zusätzliche Kapazitäten zu schaffen. Die DEGES ist zudem bestrebt, während der Bauphase den Verkehr auf der Autobahn zu halten, um Staus zu minimieren. Diese Planungen sind jedoch mit der Herausforderung verbunden, dass das Verkehrsaufkommen voraussichtlich weiter ansteigt.
Öffentlicher Nahverkehr im Fokus
Ein zentraler Aspekt der Diskussion über die Verkehrsinfrastruktur in Berlin ist der Öffentliche Nahverkehr (ÖPNV). Der ÖPNV wird in der Stadt für mehr als jeden vierten Weg genutzt, was Berlin zur führenden Stadt in Deutschland macht. Zur Unterstützung einer verbesserten Nutzung des ÖPNV wurden durch das Mobilitätsgesetz rechtliche Grundlagen für verschiedene Ausbauprojekte geschaffen, wie auf der Webseite der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz zu lesen ist Berlin.de.
In den kommenden Jahren plant Berlin umfangreiche Investitionen in den ÖPNV, mit über 28 Milliarden Euro bis 2035, die größte Investition in der Geschichte des Berliner ÖPNV. Dazu gehört auch der Ersatz aller Diesel-Linienbusse durch E-Busse bis spätestens 2030. Zusätzliche Züge, neue Verbindungen und Bahnhöfe sollen innerstädtische Bus- und Bahn-Verbindungen sowie Verbindungen in der Metropolregion Berlin-Brandenburg nachhaltig verbessern. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die Verkehrsbelastung zu reduzieren und die Lebensqualität der Anwohner zu steigern.