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Berliner ÖPNV in der Krise? Politiker fordern dringend Veränderungen!

Am 13. Februar 2025 stehen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) im Zentrum der politischen Debatte. Die Opposition im Abgeordnetenhaus wirft dem Senat Versäumnisse in der Verkehrspolitik vor, insbesondere einen Mangel an Unterstützung für die BVG. Mobilitätssenatorin Ute Bonde von der CDU unterstreicht hingegen die Bedeutung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) als „sicheres Rückgrat des Berliner Verkehrsnetzes“ und weist vor allem die Kritik der AfD zurück.

Rolf Wiedenhaupt, der verkehrspolitische Sprecher der AfD, hebt hervor, dass der ÖPNV in den letzten Jahren spürbar unter Druck geraten ist. Er bezeichnete diverse Senate als verantwortlich für das „Ausbluten“ der Verkehrsinfrastruktur, was seiner Meinung nach zu einem drohenden Kollaps der BVG führen könnte. Handlungsbedarf sei insbesondere bei Investitionen, Sauberkeit und Sicherheit im ÖPNV notwendig.

Kritik und Gegenargumente

Antje Kapek von den Grünen kritisierte den Regierenden Bürgermeister scharf für leere Versprechungen bezüglich einer funktionierenden Stadt. Sie verwies auf aktuelle Probleme, wie etwa Fahrplankürzungen und die Unzufriedenheit des Personals. In diesem Zusammenhang stellte Bonde die kritischen Fragen in den Raum: „Welche Krise?“ Ihrer Ansicht nach liege die Zahl der Fahrgäste mit 1,12 Milliarden im vergangenen Jahr (auf Vor-Corona-Niveau) auf einem zufriedenstellenden Level.

Laut der BVG sei das Unternehmen „auskömmlich finanziert“ und gilt als „hochattraktiver Arbeitgeber“. Dies zeigt sich auch in der gestiegenen Zahl der Bewerbungen, die im Vergleich zum Vorjahr um 6.000 auf 36.000 angestiegen sind. Die BVG sieht sich zudem als „sicherer Hafen“ im Vergleich zur freien Wirtschaft, wo Kündigungen im Raum stehen.

Wachstum im öffentlichen Verkehr

Die BVG hat nach den pandemiebedingten Rückgängen einen bemerkenswerten Aufschwung erlebt. Die Zahl der Fahrgastfahrten stieg 2022 um fast 35 Prozent auf 961,4 Millionen. Damit liegt die BVG nur noch einen Katzensprung unter den Rekordzahlen von über einer Milliarde Fahrgastfahrten vor der Pandemie. Alle drei Betriebsbereiche – U-Bahn, Bus und Straßenbahn – verzeichneten vergleichbare Zuwächse. Besonders hervorzuheben ist der Anstieg der Stammkunden, der erstmals über eine Million liegt.

Ein wesentlicher Faktor für die positive Entwicklung der BVG war die Berliner 29-Euro-Abo-Aktion. Die BVG plant, an diese Wachstumstrends mit dem neuen, seit Mai 2025 geltenden Deutschlandticket anzuknüpfen. Der Personalbestand liegt jetzt bei 15.830 Mitarbeiter*innen und das Konzernergebnis für 2022 beträgt +3,4 Millionen Euro.

Investitionen und zukünftige Pläne

Die Weichen für die Zukunft des ÖPNV in Berlin sind mit dem Mobilitätsgesetz gelegt. Dieses schafft rechtliche Grundlagen für Ausbauprojekte und Finanzierungspläne, um die innerstädtischen Bus- und Bahn-Verbindungen zu verbessern. Bis spätestens 2030 sollen alle Diesel-Linienbusse durch E-Busse ersetzt werden. Zudem ist die vollständige Elektrifizierung des Berliner ÖPNV geplant.

Berlin investiert künftig jährlich rund 800 Millionen Euro in den öffentlichen Nahverkehr. Ein Vertrag zwischen Berlin und der BVG regelt die finanziellen Rahmenbedingungen und umfasst Investitionen von mehr als 28 Milliarden Euro bis 2035. Zu den Maßnahmen gehören auch der Ausbau von Schienen und Bahnhöfen sowie ein neues S-Bahn-Vergabeverfahren, um den schienengebundenen Pendelverkehr zwischen Berlin und Brandenburg zu verbessern.

Die Diskussion rund um die BVG steht symbolisch für die Herausforderungen und Chancen, die der öffentliche Nahverkehr in Berlin mit sich bringt. Die politischen Akteure sind gefordert, sich klar für eine nachhaltige Mobilitätszukunft einzusetzen.

Statistische Auswertung

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Berlin, Deutschland
Beste Referenz
rbb24.de
Weitere Infos
bvg.de

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