
Am 4. April 2025 fand der 72. Bundespresseball im renommierten Hotel Adlon in Berlin statt. Die Veranstaltung, die als ein Symbol für die Stärkung der Demokratie und Pressefreiheit gefeiert wurde, zog über 2000 Gäste aus den Bereichen Medien, Wirtschaft und Politik an. Das Motto des Abends, „Für die Demokratie. Pressefreiheit stärken“, war mehr als nur ein Slogan, es spiegelte den Geist und die Herausforderungen wider, mit denen Journalisten und Politiker heutzutage konfrontiert sind, wie die FAZ berichtet.
Die Koalitionsverhandlungen zwischen der CDU und SPD hatten einen klaren Einfluss auf den Verlauf des Balls. Während prominente Mitglieder der alten Bundesregierung anwesend waren, blieben Vertreter der künftigen Regierung weitgehend fern. So sagte beispielsweise Friedrich Merz (CDU) kurzfristig ab, um an den Verhandlungen teilzunehmen. Annalena Baerbock (Grüne) hingegen, die im Vorjahr wegen der weltpolitischen Lage nicht teilnehmen konnte, erschien mit ihrem Mann, jedoch getrennt von den restlichen Gästen. Auch andere SPD-Politiker wie Hubertus Heil und Manuela Schwesig blieben der Veranstaltung fern.
Forderungen nach Pressefreiheit
Die Abwesenheit vieler hochrangiger Politiker hielt andere Anwesende nicht davon ab, das Wort zu ergreifen. Margot Friedländer, die 103-jährige Holocaust-Überlebende und Ehrengast des Abends, wurde mit großem Applaus begrüßt und erinnerte eindringlich an die Gefahren von Nationalismus und die ausschlaggebende Bedeutung der Pressefreiheit. Frank-Walter Steinmeier, der Bundespräsident, sprach während des Eröffnungswalzers mit seiner Frau über die Notwendigkeit engagierter Debatten für die Demokratie. In seiner Rede thematisierte Claus Kleber die Lügen in der Politik und deren Einfluss auf die öffentliche Kommunikation.
Claudia Roth (Grüne) betonte die Bedeutung einer freien Presse und die ständigen Angriffe auf Journalisten. Diese Themen sind in einer Zeit, in der Pressefreiheit in vielen Ländern eingeschränkt wird, aktueller denn je. Die Pressefreiheit ist in Deutschland als Grundrecht verankert, welches den Journalisten erlaubt, frei zu berichten und Informationen zu sammeln, ohne staatlichen Druck befürchten zu müssen.
Ein Fest der Vielfalt und des Dialogs
Die Dekoration des Balls war ebenfalls einem nachhaltigen Ansatz verschrieben. Obst und Gemüse in den Farben Lila und Grün schmückten die Tische und wurden später an die Berliner Tafel gespendet. Das Menü war eine vielfältige Kombination aus regionalen und exotischen Speisen, darunter Austern und Champagner aus Frankreich. Die musikalische Unterhaltung während des Abends bestand aus Klassikern der Pop- und Rockmusik, die die Gäste auf die Tanzflächen zog.
Der Preis der Bundespressekonferenz wurde in diesem Jahr an Michael Kappeler von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) verliehen, was die Bedeutung der professionellen Berichterstattung in einem sich wandelnden politischen Klima unterstrich. Laut dem Vorsitzenden der Bundespressekonferenz, Mathis Feldhoff, ist der Druck auf den unabhängigen Journalismus gegenwärtig höher denn je, was die Diskussion über die Rolle der Medien in der Gesellschaft besonders relevant macht.
Die Veranstalter hofften, dass beim nächsten Bundespresseball im Frühjahr 2026 Friedrich Merz als Bundeskanzler die Veranstaltung bereichern würde. Der Abend brachte nicht nur festliche Stimmung mit sich, sondern unwiderrufliche Appelle für eine starke Demokratie und den Schutz der Pressefreiheit, die in der heutigen Zeit mehr denn je im Mittelpunkt stehen müssen.