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Neuer Hoffnungsschimmer im Kampf gegen aggressive Hirntumoren!

Am 2. April 2025 wurde bekannt, dass Lukas Bunse, ein prominenter Neurologe an der Universität Heidelberg, mit dem renommierten Heinz Maier-Leibnitz-Preis ausgezeichnet wird. Dieser Preis, der seit 1977 an herausragende Nachwuchswissenschaftler vergeben wird, würdigt Bunse für seine bedeutende Forschung zu höhergradigen Gliomen. Diese Tumoren entstehen aus Mutationen in Gehirn- oder Rückenmarkzellen und stellen eine große Herausforderung in der modernen Medizin dar. Das Ziel von Bunses Forschung ist es, ein besseres Verständnis dieser Hirntumoren zu gewinnen und gleichzeitig wirksame Immuntherapien zu entwickeln, die bestehende Behandlungen ergänzen oder sogar ersetzen könnten, wie uni-heidelberg.de berichtet.

Bunse hat seine akademische Laufbahn an der Universität Heidelberg sowie am University College London begonnen. Er hat seine medizinische Doktorarbeit über spontane Immunantworten bei Gliom-Patienten abgeschlossen und 2020 eine weitere Doktorarbeit im Fach Biologie erworben. Seine Laufbahn als klinischer Wissenschaftler in der Neurologie begann 2019, als er seine Facharztausbildung an der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Mannheim begann und 2024 zum Oberarzt ernannt wurde. Zuvor war er bereits als Teamleiter der Klinischen Kooperationseinheit für Neuroimmunologie und Hirntumorimmunologie am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg tätig.

Forschung zu Immuntherapien

Ein wichtiger Aspekt von Bunses Arbeit ist die Entwicklung gentechnisch veränderter Immunzellen, mit deren Hilfe gezielt Tumorzellen bekämpft werden sollen. Diese innovativen Ansätze könnten möglicherweise auch auf andere Arten von Hirntumoren oder Krebs übertragen werden. Bunse hat bereits mehrere Auszeichnungen für seine Forschung erhalten, darunter den Ruprecht-Karls-Preis im Jahr 2018, den Hella-Bühler-Preis im Jahr 2019 und den Novartis-Preis für therapierelevante immunologische Forschung im Jahr 2023.

Die Verleihung des Heinz Maier-Leibnitz-Preises wird am 3. Juni 2025 in Berlin stattfinden. In diesem Jahr werden insgesamt zehn Auszeichnungen an vier Wissenschaftlerinnen und sechs Wissenschaftler vergeben.

Die Rolle von Glioblastomen in der Neurologie

Ein weiterer bedeutender Aspekt der neuro-onkologischen Forschung an der Universität Heidelberg ist eine bahnbrechende Entdeckung zur Interaktion zwischen Nervenzellen und Glioblastom-Tumorzellen. Wissenschaftler der Universität Heidelberg, des Universitätsklinikums Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums haben herausgefunden, dass gesunde Nervenzellen Kontakte zu Glioblastomzellen knüpfen und deren Ausbreitung fördern. Diese Ergebnisse wurden 2019 im Journal „Nature“ veröffentlicht und haben dazu geführt, dass das Forschungsteam mit dem „BIAL Award in Biomedicine“ ausgezeichnet wurde, der mit 300.000 Euro dotiert ist.

Die Glioblastome gelten als aggressive und derzeit unheilbare Hirntumoren, die trotz intensiver Behandlung meistens innerhalb von zwei Jahren zum Tod führen. Die Forschung zeigt, dass Glioblastomzellen durch lange Zellfortsätze miteinander verbunden sind und in das gesunde Gehirn einwachsen, was eine operative Entfernung massiv erschwert. Dr. Varun Venkataramani entdeckte, dass gesunde Nervenzellen Zell-Zell-Kontakte ausbilden, die die Tumorzellen stimulieren und deren Wachstum antreiben. Die Signalübertragung zwischen Nervenzellen und Tumorzellen konnte in Tierversuchen mit einem Epilepsie-Medikament unterbrochen werden, was das Glioblastom langsamer wachsen ließ. Eine klinische Studie mit diesem Medikament für Patienten mit wiederkehrendem Glioblastom startet im Januar 2024.

Diese Erkenntnisse können möglicherweise den Grundstein für einen neuen Forschungsbereich namens „Cancer Neuroscience“ legen, der sich mit der Wechselwirkung zwischen dem Nervensystem und Krebs befasst. Der Sonderforschungsbereich „UNITE GLIOBLASTOMA“, koordiniert von Professor Dr. Wolfgang Wick, spielt hierbei eine zentrale Rolle und verdeutlicht die Pionierarbeit, die in Heidelberg geleistet wird. Mehr über diese bedeutenden Fortschritte erfahren Sie auf nct-heidelberg.de.

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Beste Referenz
uni-heidelberg.de

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