
Am 11. April 2025 findet eine öffentliche Podiumsdiskussion mit dem Titel „What the Fungus“ statt, die von Prof. Dr. Vera Meyer von der TU Berlin geleitet wird. Die Veranstaltung findet in der Neuköllner Oper, Karl-Marx-Straße 131-133, 12043 Berlin, statt und beginnt um 20 Uhr, nach der Vorstellung des Musiktheater-Stücks „GEGENGIFT“. Dieses Stück wird bis zum 11. Mai 2025 in der NKO gezeigt. Um an der Podiumsdiskussion teilzunehmen, ist der Erwerb eines Tickets für die Theatervorstellung erforderlich.
Das Bühnenbild des Stücks besteht überwiegend aus Pilzmyzel. Dieses Material hat sich als sowohl umweltfreundlich als auch funktional erwiesen. Prof. Meyer und ihr Team haben einen experimentellen Baustoff entwickelt, der durch die Fähigkeiten von Pilzen, organische Substanzen wie Holzspäne und Stroh zu zersetzen, gewonnen wird. Solche biologischen Materialien haben in der Baubranche das Potenzial, eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Baustoffen wie Beton und Stahl zu bieten, wie TU Berlin berichtet.
Nachhaltige Baumaterialien aus Pilzmyzel
Pilze besitzen die bemerkenswerte Fähigkeit, fast alle organischen Stoffe zu zersetzen, was sie zu einer hervorragenden Quelle für nachhaltige Baustoffe macht. Die zellulären Strukturen, die Myzel bilden, sorgen für ein dreidimensionales Netzwerk, das in der Lage ist, komplexe und dichte Makrostrukturen zu erzeugen. Diese Eigenschaften können in der Bauindustrie genutzt werden, um leichte und stabile Bio-Verbundwerkstoffe zu „züchten“, die zudem energieeffizient sind, so das Gebäudeforum.
Myzel ist porös und kann durch thermische Behandlung stabilisiert werden. Es besteht aus organischen Substraten, die den Pilzen als Nahrung dienen. Dieses Material kann in verschiedene Formen gebracht und auf die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden, wodurch es flexibel einsetzbar ist. Die Eigenschaften von Pilzmyzeln beinhalten unter anderem Wärmeisolierung, Wasserabweisung und Kompostierbarkeit. Diese Merkmale machen Pilzmaterialien zu einer attraktiven Option für moderne Bauprojekte.
Innovationen im Bauwesen durch Pilzmaterialien
Auf der Messe BAU 2025, die vom 13. bis 17. Januar stattfindet, wird Fraunhofer UMSICHT die neuesten Entwicklungen zu Pilzwerkstoffen als biogene Materialquelle präsentieren. In der Halle C2, Stand 528, wird der Gemeinschaftsstand der Fraunhofer-Allianz Bau innovative Anwendungsbeispiele für Pilzmyzel zeigen. Im „Innovation Cube“ wird es Exponate aus Myzelmaterial geben, die die vielseitigen Möglichkeiten der Anwendung demonstrieren.
Ein besonders hervorgehobenes Projekt ist das 1 x 1,2 Meter große Fassadenelement, das von Fraunhofer ISE und Fraunhofer UMSICHT im Rahmen des Projekts Bau-DNS entwickelt wurde. Dieses Element kombiniert integrierte Photovoltaik und bietet sowohl Wetterschutz als auch Wärmedämmung, was die multifunktionale Nutzung von Pilzmaterialien unterstreicht. Solche Innovationen unterstützen die Ziele der Nachhaltigkeit und des Ressourcen- sowie Klimaschutzes in der Bauproduktion, wie auch Deutsches Ingenieurblatt beschreibt.
Vera Meyer führt in ihren Forschungsarbeiten aus, dass eine engere Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Kunst notwendig ist, um das Potenzial von Biowerkstoffen voll auszuschöpfen. Ihre Überlegungen dazu fasst sie in ihrem Aufsatz „Back to the roots!“ zusammen, der im Essayband „The Divide Between Humanities and Science: Why it Matters and How it can be Repaired“ veröffentlicht wurde, herausgegeben von Richard C. Brusca. Diese interdisziplinäre Herangehensweise ist entscheidend für die zukünftige Entwicklung nachhaltiger Materialien in der Bauindustrie.