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Schalom! Ein Blick auf jüdisches Leben in Deutschland durch Fotografien

Im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wird die Ausstellung „Schalom. Drei Fotografen sehen Deutschland“ präsentiert, die sich mit dem jüdischen Leben in Deutschland auseinandersetzt. Die Schau umfasst insgesamt 51 Fotografien von den Künstlern Holger Biermann, Rafael Herlich und Benyamin Reich. Diese Fotografien, die zwischen 2000 und 2015 entstanden sind, zeigen eine Vielfalt jüdischer Themen, die von der Feier des Neujahrsfestes Rosch Haschana bis hin zu einer besonderen Aufnahme eines jüdischen Kantors bei einem Fußballspiel reichen.

In der Ausstellung wird aber auch die Realität jüdischen Lebens reflektiert, einschließlich antisemitischer Schmierereien und anderer gesellschaftlicher Herausforderungen. Diese facettenreiche Darstellung dient zur Auseinandersetzung mit der Normalität jüdischen Lebens 80 Jahre nach dem Holocaust, einem historischen und kulturellen Kontext, der für das Verständnis der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation von Bedeutung ist. Die erste Präsentation der Ausstellung fand 2016 im Haus der Geschichte Bonn statt.

Vernissage und Erinnerungen

Die Vernissage der Ausstellung findet am Dienstag, dem 8. April 2025, um 18 Uhr im Löwengebäude der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg statt. Redner an diesem Abend sind unter anderem die Rektorin Prof. Dr. Claudia Becker sowie Prof. Dr. Ottfried Fraisse und Kustos Dr. Dirk Schaal. Die Ausstellung selbst ist bis zum 1. Juni 2025 zu besichtigen und hat von Mittwoch bis Sonntag geöffnet, jeweils von 13 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine vorherige Anmeldung wird jedoch empfohlen.

Die Fotografen bringen dabei ihre individuellen Perspektiven und Erfahrungen in ihre Arbeiten ein. Holger Biermann, im Jahr 1973 in Bremen geboren und seit 2003 als freier Fotograf in Berlin tätig, ist bekannt für seine nostalgischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Rafael Herlich, der 1954 in Tel Aviv zur Welt kam und seit über 40 Jahren in Frankfurt am Main lebt, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Normalität jüdischen Lebens festzuhalten und den Dialog zwischen den Religionen zu fördern. Benyamin Reich, Jahrgang 1976 und aus einer orthodoxen Familie stammend, zeigt in seinen Bildern bedeutende Lebensstationen, wie Geburten und Hochzeiten.

Historischer Kontext des jüdischen Lebens in Deutschland

Um die heutige Ausstellung und das jüdische Leben in Deutschland umfassend zu verstehen, ist es wichtig, einen Blick auf die historische Entwicklung zu werfen. Das 18. und 19. Jahrhundert waren prägende Zeiten für die jüdische Bevölkerung, die zwischen Emanzipation und antisemitischen Vorurteilen navigieren musste. Trotz rechtlicher Fortschritte wie dem Preußischen Edikt von 1812 und den späteren Gleichstellungsmaßnahmen erlebten viele Juden gesellschaftliche Diskriminierung und Widerstand.

Die Integration war oft mit Widerstand verknüpft; Juden hatten eingeschränkten Zugang zu bestimmten Berufen und staatlichen Ämtern. Antisemitische Stereotype blühten auf, insbesondere mit der Industrialisierung, die einigen jüdischen Familien sozialen Aufstieg ermöglichte, aber auch den Antisemitismus verstärkte. Persönlichkeiten wie Heinrich Heine und Felix Mendelssohn Bartholdy prägten die kulturellen Landschaften ihrer Zeit, während Bewegungen gegen Juden an Stärke gewannen.

Die Geschichte des jüdischen Lebens in Deutschland, die in der Ausstellung anhand zeitgenössischer Fotografien begegnet, ist untrennbar mit diesen komplexen historischen Entwicklungen verbunden. Es ist eine Geschichte von Widersprüchen, Herausforderungen und kulturellen Beiträgen, deren Echo bis in die Gegenwart reicht. In dieser Ausstellung wird nicht nur ein Teil der jüdischen Erfahrung in Deutschland sichtbar, sondern auch die anhaltende Relevanz dieser Themen in der heutigen Gesellschaft betont.

Für weitere Informationen zur Ausstellung und den Fotografen besuchen Sie die Seiten von Pressemitteilungen und Haus der Geschichte.

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Halle, Deutschland
Beste Referenz
pressemitteilungen.pr.uni-halle.de
Weitere Infos
hdg.de

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