
Stefan Ustorf, Sportdirektor der Nürnberg Ice Tigers und ehemaliger Nationalspieler, hat nach einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) scharfe Kritik geäußert. In einem Interview mit MagentaSport bezeichnete Ustorf die Schiedsrichterleistung nach der Heimniederlage gegen die Adler Mannheim als die „schlechteste“ seiner 30-jährigen Profi-Eishockey-Karriere. „Indiskutabel“, so Ustorf, sei die Entscheidung, ein mögliches Siegtor von Jeremy McKenna in der 59. Minute nicht anzuerkennen, was zu einem 1:1-Unentschieden und einer anschließenden Niederlage in der Verlängerung führte, als Kristian Reichel für Mannheim das entscheidende Tor erzielte. Ustorf kritisierte, diese Entscheidung grenze „fast an Betrug“ und fügte hinzu, die Schiedsrichter gehörten „nicht in unsere Liga“ (t-online.de).
Die Vorfälle sind besonders brisant in der aktuellen Saison, in der Ustorf eine herausragende Rolle spielt. Mit insgesamt 20 Toren und 33 Assists hat er sich als einer der entscheidenden Spieler in der DEL etabliert. Ustorf hat trotz der enttäuschenden Schiedsrichterentscheidungen angekündigt, dass er bereit ist, eine mögliche Strafe durch die DEL hinzunehmen. Dies müsse für sein Team keinen Unterschied machen, da er auf einen Anruf von der Liga wartet und sich auf die kommenden Spiele vorbereitet.
Kritik an den Schiedsrichtern
Die Schiedsrichterleistungen sind nicht nur während des besagten Spiels ein heißes Thema. In der DEL gab es bereits in dieser Saison mehrfach Diskussionen um fragwürdige Entscheidungen auf dem Eis. Ustorf nutzt die Gelegenheit, um auf die Problematik der Schiedsrichterqualitäten hinzuweisen, die seiner Meinung nach verbessert werden müssen. Zudem kritisierte er den langen Pausenzeitraum für die Top-6-Teams vor den Playoffs und äußerte sich besorgt über die mentale Vorbereitung seiner Mannschaft für die entscheidenden Spiele.
Die DEL hat zur Saison 2024/25 eine technische Neuerung eingeführt, bei der Schiedsrichter Entscheidungen über Lautsprecher verkünden. Dies könnte langfristig dazu beitragen, die Transparenz und Akzeptanz der Entscheidungen zu erhöhen, auch wenn die aktuelle Situation um Ustorf die Kritiken weiter anheizt. Ustorf, der bereits als erster deutscher Stürmer in der NHL spielte, nimmt die Herausforderungen an und ist ermutigt, weiter für die Nationalmannschaft zu spielen, nachdem er zwei Jahre zuvor zurückgetreten ist (spox.com).
Der Status von Eishockey in Deutschland
Eishockey in Deutschland ist eine der beliebtesten Sportarten, nur hinter Handball und Fußball. Die Deutsche Eishockey Liga wurde 1994 gegründet und zieht jedes Jahr tausende von Zuschauern an. Die DEL hat in der Saison 2023/24 einen Zuschauerschnitt von 7.162 pro Spiel erreicht und ein Rekordumsatz von 173,6 Millionen Euro erwirtschaftet. Eine stabile Grundlage, die jedoch durch Anfechtungen und Kontroversen gefährdet sein kann. Eisbären Berlin und Adler Mannheim sind dabei zwei der bekanntesten Teams, deren Spiele stets auch mediale Aufmerksamkeit erlangen (eishockey100.de).
Als Erster deutscher Spieler in der NHL hat Ustorf viel erlebt, was ihm nicht nur Erfahrung gebracht hat, sondern auch eine Perspektive, die ihn motiviert, Eishockey aktiv zu fördern. Geplant sind auch zukünftige Aktivitäten und Engagements. Ustorf ist bereit, sein Wissen und seine Begeisterung für den Sport, den er seit seiner Jugend liebt, an die nächste Generation weiterzugeben.