
Die Schweizer Sängerin und Autorin Sophie Hunger hat im Rahmen eines Interviews über ihren neuen Roman und ihre Perspektiven auf moderne Erziehung gesprochen. Hunger, die aktuell in einem kreativen Umfeld in Berlin arbeitet, hat mit „Walzer für Niemand“ ihr Debüt als Romanautorin gefeiert. Der Titel des Werkes ist zugleich der Name eines ihrer bekanntesten Songs aus dem Jahr 2008. In dem Roman entwirft sie die Geschichte einer fiktiven Figur in einer realistischen Welt und behandelt dabei fundamentale Themen wie Einsamkeit, Freundschaft und die erschütternden Auswirkungen von Mobbing.
Die Protagonistin des Romans und ihr Freund „Niemand“ wachsen als Kinder von Militärattachés auf und verbinden ihre Lebensgeschichte mit einer Leidenschaft für Musik. Hunger nutzt diesen literarischen Raum, um über ihre eigene Kindheit zu reflektieren, die sowohl Erlebnisse als auch die Perspektive einer Mobbing-Betroffenen und -Täterin umfasst. Diese persönlichen Erfahrungen fließen intensiv in die Charaktere und die Handlung des Buches ein.
Erziehung in der digitalen Ära
Eines der zentralen Anliegen von Hunger ist ihre Besorgnis über die Auswirkungen von Smartphones und dem Internet auf Kinder. Sie plädiert vehement für Schulen, die keinen Internetzugang bieten. Dieses Thema ist besonders relevant in einer Zeit, in der digitale Medien den Bildungsalltag dominieren. Hunger möchte durch diese Forderung nicht nur den Kindern, sondern auch den Lehrenden eine Rückkehr zu einem fokusierten Lernumfeld ermöglichen.
Das Buch enthält zudem historische Einsprengsel über die Walserinnen, ein hochalpines Volk, und verknüpft diese Elemente mit ihrer eigenen Familiengeschichte. Hunger selbst beschreibt ihre Beziehung zur Schweiz als komplex und eher distanziert, trotz ihrer Wurzeln. Ihre künstlerische Arbeit sieht sie als ein politisches Ausdrucksmittel, das über die persönlichen Geschichten hinausgeht.
Kunst als gesellschaftliche Kraft
In einem breiteren Kontext betrachtet, hat Kunst eine grundlegende Rolle in der Gesellschaft. Sie ist nicht nur ein kreatives Ausdrucksmittel, sondern auch ein Träger kulturellen Erbes und Identität. Kunstwerke bringen kulturelle Eigenschaften zum Vorschein und helfen, diese zu bewahren. Laut einer Analyse auf Kunst101 regt Kunst zum kritischen Denken an und fordert uns auf, unsere täglichen Perspektiven zu hinterfragen.
Darüber hinaus hat Kunst die Fähigkeit, starke emotionale Reaktionen hervorzurufen und das emotionale Wohlbefinden zu fördern. Sie stärkt das Gefühl der Zugehörigkeit und vermittelt Verständnis zwischen unterschiedlichen kulturellen Perspektiven. Dies zeigt, dass beim Engagement mit Kunst auch immer ein gesellschaftlicher Zusammenhalt gefördert wird.
Hunger, die ihre Kunst sowohl in der Musik als auch im Schreiben als politisches Mittel einsetzt, vertritt die Meinung, dass es notwendig ist, neue Gemeinschaften außerhalb bestehender europäischer Strukturen zu schaffen. Sie betont, dass solche Bewegungen wichtig sind, um kulturelle Werte zu verteidigen und zu fördern. Diese Ansichten spiegeln die vielseitige und bedeutende Rolle wider, die Kunst in der heutigen Gesellschaft spielt.
Insgesamt verbindet Sophie Hunger in ihrer Arbeit persönliche Erfahrungen mit relevanten gesellschaftlichen Themen, die sowohl die Leser als auch die Zuhörer zum Nachdenken anregen.