
Im aktuellen Tarifstreit zwischen den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) und der Gewerkschaft Verdi zeichnet sich eine leichte Annäherung ab. Nach mehreren Warnstreiks, die den Nahverkehr in Berlin lahmgelegt haben, fand am 17. Februar 2025 die vierte Verhandlungsrunde statt. In dieser Runde präsentierte die BVG ein verbessertes Angebot, das jedoch noch nicht die Zustimmung der Gewerkschaft fand. Verdi hat den BVG bereits ein Ultimatum bis zum 21. März gesetzt, andernfalls drohen unbefristete Streiks.
Die bisherigen Warnstreiks, die jeweils 24 Stunden dauerten, wurden in dieser Woche durch einen neuen 48-stündigen Streik ergänzt, der am Donnerstagmorgen um 3:00 Uhr begann. Die Ausdehnung des Streiks zeigt die Entschlossenheit von Verdi, die Verhandlungen voranzutreiben. Bisherige Angebote der BVG sahen unter anderem eine Lohnerhöhung von 17,6 Prozent über vier Jahre vor, was jedoch von Verdi als nicht ausreichend abgelehnt wurde.
Das Angebot der BVG
Die BVG hat ein neues Angebot vorgelegt, das eine Vertragslaufzeit von 30 Monaten anstelle der zuvor geforderten 48 Monate umfasst. Dieses Angebot beinhaltet eine Einmalzahlung von 225 Euro, die rückwirkend zum 1. Januar 2025 ausgezahlt werden soll. In den Jahren 2026 und 2027 sollen die Entgelte um jeweils 100 Euro erhöht werden. Zudem in Aussicht gestellt: eine Erhöhung der Fahrdienst- und Wechselschichtzulagen um 125 Prozent. So könnten die Fahrdienstzulage und Wechselschichtzulage jeweils 225 Euro betragen, während die Schichtzulage 130 Euro erreichen könnte. Trotz dieser Angebote bleibt das Ziel von Verdi, das eine monatliche Erhöhung von 750 Euro sowie ein 13. Monatsgehalt fordert, weiterhin unerreicht.
Verdi-Verhandlungsführer Jeremy Arndt bezeichnete die Gespräche als konstruktiv, wies jedoch darauf hin, dass das Hauptziel der Gehaltssteigerungen noch nicht erreicht sei. Daher plant die Gewerkschaft, innerhalb der nächsten zwei Wochen eine vorgezogene fünfte Verhandlungsrunde einzuberufen. Ein regulärer Gesprächstermin ist für den 21. März angesetzt, und eine Entscheidung über den vorgezogenen Termin soll am Montag fallen.
Die Reaktion der BVG und das zukünftige Vorgehen
Die BVG hat die Maßnahme des Warnstreiks scharf kritisiert und fordert Verdi auf, am Verhandlungstisch zu bleiben. Während des Streiks fallen alle U- und Straßenbahnen sowie die meisten Buslinien aus, wobei die S-Bahn nicht betroffen ist. Die BVG wirft Verdi vor, mit der Durchführung eines derart ausgedehnten Streiks überzogene Maßnahmen zu ergreifen.
Die Verhandlungen sind Teil eines größeren Kontextes, in dem derzeit über 2,5 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst in Deutschland betroffen sind. Tarifverhandlungen laufen nicht nur für den Nahverkehr, sondern betreffen auch andere Bereiche wie Kitas, Schulen und Universitäten. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat hohe Forderungen aufgestellt, die über die Verhandlungen zur BVG hinausgehen und fordern beispielsweise eine Erhöhung um 8 Prozent oder mindestens 350 Euro mehr pro Monat sowie die Einführung zusätzlicher freier Tage.
Vor dem Hintergrund dieser umfassenden Forderungen bleibt abzuwarten, wie sich der Tarifkonflikt zwischen der BVG und Verdi entwickeln wird. Die Gespräche könnten entscheidend für die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst und die Zufriedenheit der Beschäftigten sein.