
Union Berlin hat am 10. Januar 2025 die Entscheidung des Sportgerichts des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) angefochten, die einem 2:0-Sieg für Bochum in einem umstrittenen Bundesliga-Spiel vom 14. Dezember 2023 stattzugeben. Das ursprüngliche Spiel endete 1:1, wurde jedoch aufgrund eines Vorfalls, bei dem Bochums Torwart Patrick Drewes in der Nachspielzeit von einem Feuerzeug getroffen wurde, unterbrochen. Schiedsrichter Martin Petersen entschied sich daraufhin, die Spieler vom Feld zu führen, während Drewes medizinisch behandelt wurde.
Nach einer fast dreißigminütigen Unterbrechung wurde das Spiel mit einem Ersatzspieler für Drewes fortgesetzt. In einer bemerkenswerten Einigung erklären beide Teams, in den verbleibenden drei Minuten auf Tore verzichten zu wollen. Diese Vereinbarung, wie der Vorsitzende des Panels, Stephan Oberholz, feststellte, widerspricht den Grundprinzipien des sportlichen Wettbewerbs. Oberholz führte aus, dass Union Berlin für die „Schwächung des Bochum-Teams“ verantwortlich sei, da das Wurfobjekt von einem Union-Anhänger kam.
Reaktionen auf das Urteil
Union Berlin lehnt die Entscheidung des DFB-Sportgerichts entschieden ab und kündigte an, gegen das Urteil beim Bundesgericht Berufung einzulegen. Präsident Dirk Zingler äußerte, dass das Urteil als schädlich für den Fußball angesehen wird. Er kritisierte die unsportliche Handlung sowohl auf dem Platz als auch vor Gericht und erklärte, dass Bochum die Situation übertrieben habe. Für Zingler müsse die Entscheidung über die Fortsetzung des Spiels allein beim Schiedsrichter liegen.
Das DFB-Sportgericht hatte in einer mündlichen Verhandlung zugunsten von Bochum entschieden und keine Beweise für eine absichtliche Täuschung oder ein Komplott gefunden. Union Berlin sieht die nachträgliche Wertung des Spiels als ungerechtfertigt an und plant, alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen, um das Urteil anzufechten. Patrick Drewes, der als offizielles Opfer im Vorfall gilt, konnte das Spiel aufgrund der Verletzung nicht zu Ende spielen.
Sportgerichtsbarkeit des DFB
Die Sportgerichtsbarkeit im DFB, die Streitigkeiten innerhalb des Verbandes regelt, besteht aus mehreren Organen. Dazu zählen der Kontrollausschuss als Anklage-Behörde sowie das DFB-Sportgericht und das DFB-Bundesgericht als Rechtsmittelinstanzen. Bei Verstößen gegen die Regelwerke des DFB können Mitglieder belangt werden. Der DFB engagiert sich auch sozial, indem er jährlich eine Summe, mindestens in Höhe der angefallenen Geldstrafen, an fußballnahe Stiftungen spendet, die soziale Projekte unterstützen.
Die geschehenen Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen der Sportgerichtsbarkeit und deren Auswirkungen auf die Integrität des Wettbewerbs. Union Berlin ist entschlossen, durch alle zur Verfügung stehenden rechtlichen Schritte das Urteil zu revidieren und für die Rechte des Klubs und seiner Anhänger einzutreten.
Weiterführende Informationen zu diesen Entwicklungen finden Sie in den Berichten von Al Jazeera und Bluewin.