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Zahlungsprobleme bei Garnisonkirchen-Stiftung: Rückzahlung verschoben!

Die Stiftung Garnisonkirche Potsdam steht vor einer finanziellen Herausforderung und hat einen Antrag auf Stundung ihrer Schulden bis 2028 gestellt. Sie kann ein Darlehen von 3,25 Millionen Euro nicht fristgerecht zurückzahlen. Laut einem Bericht von rbb24 wurde die erste Rückzahlungsrate ursprünglich für 2024 fällig, wurde jedoch auf Ende April 2025 verschoben. Der Antrag auf institutionelle Förderung und eine Verlängerung der Stundung wird derzeit geprüft.

Der Wiederaufbau des neuen Garnisonkirchturms war mit Kosten von über 40 Millionen Euro verbunden, wobei mehr als die Hälfte der Finanzierung durch den Bund übernommen wurde. Fünf Millionen Euro wurden als kirchliche Darlehen bereitgestellt, darunter 1,5 Millionen Euro von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und 3,25 Millionen Euro von der evangelischen Landeskirche. Der Turm ist momentan etwa 60 Meter hoch, und eine 30 Meter hohe Turmhaube soll bis 2027 errichtet werden.

Kontroversen und Proteste

Der Wiederaufbau der Garnisonkirche ist seit Jahrzehnten umstritten. Die Kirche, die 1732 eingeweiht und 1945 durch einen Luftangriff zerstört wurde, war seit ihrer Abtragung in der DDR im Jahr 1968 ein Symbol vielfältiger historischer Diskussionen. Jim Burk, Berichten von ZDF zufolge, wird der neue Turm von leidenschaftlichem Protest begleitet. Kritiker befürchten, dass der neue Turm Unruhe stiften könnte und ein Anziehungspunkt für Rechtsextremisten wird. Sara Krieg von der Bürgerinitiative „Potsdam ohne Garnisonkirche“ sieht darin ein Symbol für Militarismus und Nationalismus.

Der Oberbürgermeister von Potsdam, Mike Schubert (SPD), unterstützt den Wiederaufbau, sieht jedoch die Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte des Baustellenprojekts. Die Stadtverordnetenversammlung hat unterschiedliche Meinungen zu den Plänen zur Wiedererrichtung des Kirchenschiffs, die Teile einer Online-Petition angeführt haben, die sich gegen diesen Schritt aussprechen.

Bildung und Erinnerung

Trotz der Kontroversen plant die Evangelische Kirche, den neuen Turm als Bildungs-, Kultur- und Erinnerungsort zu nutzen. Es sind Seminarräume und Ausstellungen zur Geschichte der Garnisonkirche vorgesehen. Bischof Christian Stäblein möchte, dass dieser Ort als Studienobjekt für die deutsche Geschichte fungiert und ein Lernort für Demokratie und Frieden wird, wie es auch der Turmpfarrer Jan Kingreen sieht. Er hat erklärt, dass er Spenden von Rechtsextremisten ablehnt und den Turm für eine faire Auseinandersetzung mit der Geschichte nutzen möchte.

Die offizielle Einweihung des neuen Turms ist für den 22. August 2024 geplant, und Bundespräsident Steinmeier wird die Zeremonie leiten. Der Platz, an dem die Garnisonkirche steht, hat eine düstere Geschichte; am 21. März 1933 fand hier der „Tag von Potsdam“ statt, an dem Adolf Hitler und Paul von Hindenburg zusammentrafen. Diese historischen Verflechtungen unterstreichen die komplexe Rolle, die dieser Ort in der deutschen Geschichte weiterhin spielt, besonders in einer Stadt, die seit dem Mauerfall größtenteils UNESCO-Weltkulturerbe ist.

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Potsdam, Deutschland
Beste Referenz
rbb24.de
Weitere Infos
zdf.de

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