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Nachhaltigkeit im Fokus: Bremer Tagung zur Zukunft der Verpackungen!

In Deutschland fallen jährlich etwa 300.000 Tonnen Verpackungsmüll durch Einweggeschirr und To-Go-Verpackungen an. Um diesem Problem entgegenzuwirken, fand vor kurzem eine Tagung an der Hochschule Bremen statt, die sich intensiv mit der Frage beschäftigte, ob Mehrweg- oder Einwegverpackungen die nachhaltigere Wahl darstellen. Experten für Nachhaltigkeit, Vertreter von Umweltschutzorganisationen und Unternehmen aus der Branche diskutierten über die verschiedenen Aspekte der Verpackungsproblematik.

Martin Wittmaier, der Leiter des Instituts für Energie- und Kreislaufwirtschaft, hob hervor, dass individuelle Gegebenheiten und präzise Daten für eine fundierte Entscheidung entscheidend sind. Ein herausragendes Thema der Tagung war die Recherche nach innovativen Verpackungslösungen, darunter die Verwendung essbarer Waffeln für Crêpes sowie die Herausforderungen, die mit der Mülltrennung verbunden sind.

Nachhaltige Lösungen im Fokus

Die Hochschule Bremen hat in Zusammenarbeit mit der Breminale seit 2021 an nachhaltigen Lösungen im Catering gearbeitet. Ein zentrales Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist das Decision Support System (DSS), ein Entscheidungstool, das dabei helfen soll, die beste Geschirrwahl für Veranstaltungen zu ermitteln. Laut den Experten ist es für den ökologischen Sinn von Mehrweggeschirr entscheidend, hohe Rücklaufquoten zu erreichen. Der effiziente Einsatz eines Bechers ist beispielsweise erst ab fünf bis sieben Umläufen rentabel; eine Bonbontüte benötigt sogar mindestens 30 Umläufe.

Ein bemerkenswertes Projekt, das ab 2024 zum Einsatz kommen soll, ist das Bremer Spülmobil. Es ist darauf ausgelegt, lange Transportwege zur Spülstation zu reduzieren, was wiederum zu einer besseren Nachhaltigkeit beiträgt. Bremen hat bereits seit 2023 ein Mehrweggebot für Getränke bei öffentlichen Veranstaltungen eingeführt. Ab 2024 gilt diese Regelung auch für Speisen.

Regulatorische Maßnahmen und gesellschaftliche Akzeptanz

Ein weiterer Diskussionspunkt während der Tagung war die Einführung einer Verpackungssteuer auf Einwegprodukte, inspiriert von den positiven Erfahrungen der Stadt Tübingen. Diese Maßnahme könnte ein Anreiz zur verstärkten Nutzung von Mehrwegverpackungen sein. Um die umweltfreundlichen Alternativen weiter voranzutreiben, wird derzeit an einer Mehrweg-Roadmap gearbeitet, die einheitliche Mehrwegsysteme in Bremen empfehlen soll. Es steht noch zur Debatte, inwiefern das Mehrweggebot auf Wochenmärkte, Gastronomie und Einzelhandel ausgeweitet werden kann.

Laut einer neuen Studie eines EU-Instituts, die die Umweltauswirkungen von Einweg- und Mehrwegverpackungen vergleicht, sind Mehrwegverpackungen in allen Kategorien, darunter To-Go-Essensverpackungen und Flaschen, umweltfreundlicher als Einwegverpackungen aus Glas oder Aluminium. Die Mehrheit der Deutschen befürwortet eine Mehrwegpflicht. Ein dichtes Netz an Rückgabestationen wird als essenziell für den Erfolg von Mehrwegverpackungssystemen empfohlen, um die Rückführung zu erleichtern.

Es bleibt zu hoffen, dass durch die Diskussionen und Initiativen in Bremen das Bewusstsein und die Akzeptanz für Mehrwegverpackungen in der Gesellschaft zunehmen. Erst mit einem gemeinsamen Engagement aller Beteiligten, von Herstellern über Händler bis hin zu Verbrauchern, können nachhaltige Ansätze in der Praxis wirklich erfolgreich umgesetzt werden.

Für detailliertere Informationen zur Tagung und den diskutierten Themen lesen Sie bitte den vollständigen Bericht auf Weser Kurier. Mehr über die Umweltauswirkungen von Mehrwegverpackungen erfahren Sie in der BUND-Studie.

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