Deutschland

Commerzbank: Neue Strategie und massive Veränderungen im Filialnetz!

In einem aktuellen Interview mit der Sächsischen Zeitung erläuterte Thomas Schaufler, der Privatkundenvorstand der Commerzbank, die neusten Entwicklungen und Pläne der Bank. Schaufler, der vor drei Jahren von der Erste Group zur Commerzbank wechselte, hat kürzlich einen neuen Fünfjahresvertrag unterzeichnet. Die Bank hat ihre Strategie überarbeitet und setzt ehrgeizigere Gewinnziele.

Schaufler betonte, dass der Übernahmeplan der Unicredit nicht der alleinige Einfluss auf diese Neuausrichtung sei. Stattdessen sei der Bereich der Privat- und Unternehmerkunden entscheidend für den Erfolg der neuen Strategie. „Wir haben in den letzten Jahren starke Ergebnisse erzielt, und wir sehen großes Wachstumspotenzial in der Kombination von Commerzbank und Comdirect“, fügte er hinzu.

Fokussierung auf Kundenbedürfnisse

Obwohl das Filialnetz weiter schrumpfen wird, beabsichtigt die Bank, die Kundenberatung für den Durchschnittsbürger zu stärken. Dazu gehört auch die Einführung eines neuen Preismodells von 4,90 Euro pro Monat für Leistungspakete. Für digitale Kontoführung bevorzugende Kunden bleibt die Möglichkeit, ein kostenloses Konto bei Comdirect zu nutzen, erhalten.

Personalabbau und Technologisierung

Die geplanten Veränderungen haben jedoch auch Auswirkungen auf die Beschäftigten. Es wird erwartet, dass etwa 4.000 Jobs wegfallen. Die Implementierung neuer Technologien spielt eine Schlüsselrolle bei der Effizienzsteigerung, insbesondere durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in den Zentralfunktionen. Schaufler sieht Potenzial für KI-gestützte Banking-Avatare, um die Kundenberatung zu verbessern, stellt jedoch auch fest, dass Sicherheit eine zentrale Herausforderung darstellt.

Zusätzlich plant die Commerzbank Investitionen aus eigener Kraft, um den Anforderungen der Kunden gerecht zu werden. Unicredit hat inzwischen Zugriff auf fast 30% der Commerzbank-Aktien. Schaufler äußerte sich nicht zu den Verkaufsplänen der Bundesregierung, betonte jedoch die Wichtigkeit einer stabilen Bank für den Mittelstand in Deutschland.

Der Einfluss der Digitalisierung

Die Digitalisierung wird laut einem Beitrag der Bundesbank als „Mega-Trend“ beschrieben, der sowohl die Gesellschaft als auch das Finanzsystem verändert. Banken spielen weiterhin eine essenzielle Rolle als Finanzintermediäre, allerdings zwingt die Digitalisierung sie dazu, ihre Betriebsweisen zu überdenken.

Neue Wettbewerber und FinTechs treten zunehmend in den Markt ein, was zu einer dramatischen Veränderung der Wertschöpfungskette im Zahlungsverkehr führt. Auch wenn die Kernfunktionen des Bankgeschäfts weiterhin von Banken ausgeführt werden, stellt die Regulierungslandschaft einen komplexen Rahmen dar, dem sich die Banken anpassen müssen. Die Regulierungsbehörden müssen proaktiv handeln, um die neuen Risiken zu erkennen und zu steuern.

Insgesamt zeigt sich, dass die Commerzbank mit ihrer Strategie nicht nur die aktuellen Herausforderungen annimmt, sondern auch aktiv an der Gestaltung der Zukunft des Bankgeschäfts mitarbeitet. In einer Zeit, in der die Digitalisierung immer mehr Einfluss auf die Finanzsysteme nimmt, bleibt die Frage, wie sich klassische Banken in diesem Umfeld weiter behaupten werden.

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