
Am Montagabend, dem 2. April 2025, schuf der demokratische Senator Cory Booker aus New Jersey einen neuen Rekord für die längste Rede in der Geschichte des US-Senats. Die Rede, die um 19 Uhr Ortszeit begann und schließlich am Dienstag um 20:06 Uhr endete, dauerte beeindruckende 25 Stunden und 4 Minuten. Senator Chuck Schumer, der Minderheitsführer der Demokraten, gratulierte Booker um 19:19 Uhr zu diesem außergewöhnlichen Meilenstein.
Mit seiner Rede wollte Booker laut remszeitung.de gegen die Einsparungspolitik von Präsident Donald Trump und den Republikanern protestieren. Unter dem Motto, dass die gegenwärtigen Zeiten außergewöhnlich seien, kritisierte er die Schäden, die Trump in nur 71 Tagen angerichtet habe. Die Anwesenden in der Senatorenkammer, zu denen immer mehr demokratische Senatoren stießen, zeigten sich emotional betroffen, während nur Cynthia Lummis von den Republikanern im Saal applaudierte.
Ein Marathon der Worte
Der Rekordbruch war nicht nur eine Demonstration von Bookers Redekunst, sondern auch eine tiefgreifende Stellungnahme zu aktuellen politischen Herausforderungen. Während der langen Rede, die nicht als klassischer Filibuster galt, da sie nicht in einen spezifischen Debattenrahmen eingebettet war, las Booker Briefe von Wählern vor, die von den politischen Entscheidungen Trumps betroffen waren, und thematisierte seine eigene Herkunft als Nachkomme von Sklaven und Sklavenhaltern. Seine Ausführungen erstreckten sich über verschiedene Themen, von Sport und Poesie bis hin zu Anfragen von Kollegen, die ihm kurze Verschnaufpausen ermöglichten.
Die Rede wurde live auf Bookers YouTube-Kanal übertragen und zog schnell über 110.000 Zuschauer an. Unterstützt von seinesgleichen erhielt Booker Beifall, während er wettereinigen mit biologischen Dringlichkeiten zu Scherzen über seine körperlichen Herausforderungen während des Sprechens die Stimmung auflockerte. Die Regelungen des Senats erlauben es einem Senator, unbegrenzt zu sprechen, solange ihm nicht das Wort entzogen wird, was in diesem Fall dazu führte, dass Booker keine Toilettenpausen einlegen konnte.
Der historische Kontext
Bookers Rede übertraf den vorherigen Rekord von Senator Strom Thurmond, der 1957 24 Stunden und 18 Minuten sprach, um gegen den Civil Rights Act zu protestieren. Bei Thurmonds Rede war es bekannt, dass er währenddessen Pumpernickel, Hamburger-Häppchen und Orangensaft konsumierte und improvisierte Lösungen für seine biologischen Bedürfnisse fand. Diese lange Tradition des Filibusters im US-Senat wurde seitdem weitergeführt, aber angesichts der umfassenden politischen Spannungen ist die Bedeutung solcher Aktionen nicht zu unterschätzen.
Die Wirkung eines Filibusters und die Strategien, die zur Verzögerung von Abstimmungen eingesetzt werden, sind wichtige Werkzeuge in der US-Politik. Laut bbc.com sind Filibuster ein Mittel, um Stimmen zu verzögern, indem man Debatten verlängert. Trotz der aktuellen politischen Spaltungen zeigt Bookers Rekord, dass die Redekunst auch in Zeiten intensiver Teilung einen zentralen Platz im politischen Diskurs einnimmt. Inmitten dieser Dynamik bleibt die Frage, wie der Kongress mit den Herausforderungen umgeht, die durch die Filibuster und andere legislative Taktiken entstehen.
Die Fähigkeit des Senats, sich mit bedeutenden Themen auseinanderzusetzen, wird weiterhin durch diese Verfahren beeinflusst, ein Umstand, der für die politische Zukunft der USA von entscheidender Bedeutung bleibt.