
Am 21. März 2025 äußert Thomas Tuma in seinem Artikel auf Focus, dass eine weitere Aufarbeitung der Corona-Pandemie nicht notwendig ist. Er argumentiert, dass die pluralistische Eigenschaften der Demokratie in Krisenzeiten von Bedeutung sind. Dabei erwähnt er die vielschichtigen Erfahrungen und Emotionen, die in der Gesellschaft durch die Pandemie ausgelöst wurden. Tuma betont die Stigmatisierung von Impfskeptikern und deren Rolle bei der Einschränkung von Grundrechten, was eine kritische Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Folgen erforderlich macht. Vor fünf Jahren hielt Angela Merkel eine bedeutende Ansprache zur Pandemie, die Rekaktionen und spätere Konflikte vorwegnahm.
Tuma verweist auf laufende Projekte, die sich der Aufklärung über Corona widmen, und er weist darauf hin, dass die Gesellschaft weiterhin in einen Dialog über die Ereignisse treten sollte. Jedoch stellt er die Frage, wer noch Zeit für Schuldzuweisungen hat, außer den sogenannten „Querdenkern“. Diese Diskrepanz spiegelte sich auch in den juristischen Auseinandersetzungen wider, die während und nach der Pandemie zwischen verschiedenen Gesellschaftsgruppen entstanden sind.
Gesellschaftlicher Zusammenhalt und Misstrauen
Die Bertelsmann Stiftung hat in einer aktuellen Studie gezeigt, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt während der Pandemie erheblich erschüttert wurde. Vor der Krise gaben 47 Prozent der Befragten an, sich auf ihre Mitmenschen verlassen zu können; nach der Pandemie fiel dieser Wert auf nur noch 29 Prozent. Diese Entwicklung ist ein Zeichen für das zunehmende Misstrauen, das sich in der Gesellschaft breitgemacht hat.
Ein Familienvater, Dirk Rosenbaum, berichtet von persönlichen Erfahrungen. Er lehnte die Corona-Schutz-Impfung für sich und seine Familie ab und fühlte sich von der politischen sowie medialen Berichterstattung als „Abschaum der Gesellschaft“ behandelt. Diese Zuspitzung führte zu Klagen gegen lokale Gesundheitsbehörden, aber auch zu einem allgemeinen Gefühl der Ungerechtigkeit gegenüber Ungeimpften.
Kritik und Appelle an die Gesellschaft
Tuma thematisiert die monatelangen Schulschließungen und die psychosozialen Folgen, die diese Eventualitäten für Kinder und Jugendliche hatten. Er warnt, dass Demokratie selbst von vermeintlich Wohlmeinenden bedroht wird. Auf die Erfahrungen von Personen wie Luisa Schindler, einer Pflegekraft aus Freyburg, wird hingewiesen, die aufgrund der Unsicherheit hinsichtlich der Impfung Bedenken äußerte.
In ähnlichem Atemzug fordert Tuma mehr Toleranz in der Gesellschaft, besonders im Hinblick auf künftige Pandemien. Der gesellschaftliche Diskurs muss offen sein und die unterschiedlichen Ansichten miteinbeziehen, um nicht in einen fortwährenden Kreislauf von Misstrauen und Spaltung zu verfallen. Die Bertelsmann Stiftung stellt fest, dass der Vertrauen in die Demokratie unter jungen Erwachsenen schwankt, wo 59 Prozent diesen Institutionen vertrauen, jedoch 52 Prozent der Regierung skeptisch gegenüberstehen.
Abschließend lässt sich sagen, dass die Diskussion um Corona und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft vielschichtig bleibt. Es ist essenziell, die Lehren aus der Pandemie zu ziehen, ohne in einen Kreislauf des Vorwurfs zu verfallen. Tuma plädiert dafür, dass hier keine runden Tische oder Untersuchungsausschüsse nötig sind, um diese Erkenntnisse zu gewinnen und sich zukunftsorientierte Lösungen zu überlegen.