
Marion Brunet, eine talentierte französische Autorin, wird mit dem renommierten Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis 2023 ausgezeichnet. Dies wurde heute durch die Preisjury in Stockholm bekannt gegeben. Der Preis, der als eine der höchsten Auszeichnungen für Kinder- und Jugendliteratur gilt, ist mit fünf Millionen schwedischen Kronen (rund 460.000 Euro) dotiert und wird am 9. Juni im Konzerthaus von Stockholm verliehen. Brunet wird für ihre packenden Jugendromane geehrt, die sich mit sozialen Themen und dem Widerstand junger Menschen gegen eine korrupte Gesellschaft auseinandersetzen.
Boel Westin, die Vorsitzende der Jury, lobte Brunet als eine brillante Beschreiberin des Lebens junger Menschen. Ihre Werke, darunter rund 15 veröffentlichte Bücher, behandeln wichtige Themen wie Gewalt, die Klimakrise und Zukunftsängste. Brunets Debütroman „Frangine“ (Schwesterherz) erschien 2013 und erzählt die Geschichte von Geschwistern, die mit zwei Müttern aufwachsen, die sie per künstlicher Befruchtung bekommen haben. Interessanterweise wurden Brunets Bücher in mehrere Sprachen übersetzt, jedoch nicht ins Deutsche.
Ein Erfolg in internationalem Kontext
Die junge Autorin äußerte sich erfreut über die Auszeichnung und bezeichnete den Preis als „Nobelpreis für Jugendliteratur“. In diesem Jahr waren 265 Nominierte aus 72 Ländern im Rennen, darunter auch sechs aus Deutschland. Besonders bemerkenswert ist, dass erst zwei deutsche Autoren in der Geschichte des Preises ausgezeichnet wurden: Wolf Erlbruch, der 2017 den Preis erhielt, und Christine Nöstlinger, die 2003 ausgezeichnet wurde. Im Vorjahr ging die Auszeichnung an die australische Stiftung Indigenous Literacy Foundation.
Der Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis, auch bekannt als Alma, wurde von der schwedischen Regierung ins Leben gerufen, um die Bedeutung der Literatur für Kinder und Jugendliche zu würdigen. Der Preis trägt den Namen der berühmten schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren, die selbst zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat, darunter den Friedenspreis des deutschen Buchhandels im Jahr 1978 und die Hans-Christian-Andersen-Medaille im Jahr 1958.
Marion Brunets Erfolge und ihre tiefgründigen Themen fügen sich in die Tradition von Astrid Lindgren ein. Diese Verbindung zwischen der neuen Generation von Autoren und den klassischen Legenden der Kinderliteratur zeugt von der fortwährenden Relevanz von Geschichtenerzählen in einer sich schnell verändernden Welt. Während die Literatur für junge Menschen weiterhin ein wichtiger Reflexionsraum bleibt, ist der Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis ein leuchtendes Beispiel für diese Tradition.
Für mehr Informationen über die Preisträgerin und ihre Werke besucht den Artikel auf Süddeutsche.de. Weitere Details zur Geschichte des Preises und zu Astrid Lindgrens Erbe sind ebenfalls verfügbar unter astridlindgren.com.