
Die Diskussion um Alexander Zverevs aktuelle sportliche Krise sorgt für viel Aufmerksamkeit in der Tenniswelt. Der ehemalige Tennisprofi Boris Becker hat sich nun zu den Herausforderungen geäußert, mit denen Zverev konfrontiert ist. Becker plädiert für mehr Nachsicht und Verständnis, besonders nachdem Zverev im Achtelfinale des Masters-1000-Turniers in Miami gegen Arthur Fils verloren hat. Während einer Veranstaltung im Hamburger Rothenbaum-Stadion erklärte Becker, dass Zverev, der nach wie vor die Nummer zwei der Welt ist, Unterstützung und Zeit benötige, um sich aus dieser Phase zu befreien. Becker ist überzeugt, dass Zverevs sportliche Herausforderungen normal sind und bemerkte, dass dessen Form in Miami bereits besser war als zuvor.
Seit dem Final-Einzug bei den Australian Open konnte Zverev jedoch nicht mehr in die entscheidende Phase weiterer Turniere eingreifen. Die hamburg Open, die zwischen dem 17. und 24. Mai stattfinden, stehen an, doch Zverev plant voraussichtlich, nicht daran teilzunehmen, um sich optimal auf die bevorstehenden French Open vorzubereiten. In einem weiteren interessanten Aspekt hat der Weltranglistenerste Jannik Sinner seine Teilnahme an den Hamburg Open angekündigt, um nach einer Doping-Sperre Spielpraxis zu sammeln.
Persönliche Herausforderungen und öffentliche Wahrnehmung
Zverevs persönliche Herausforderungen sind ebenfalls ein großes Thema. Sein Vater, Alexander Zverev senior, hat kürzlich betont, dass er aufgehört hat, sich über die Unpünktlichkeit seines Sohnes aufzuregen. Oftmals wartet Zverev senior bis zu einer halben Stunde auf Sascha beim Frühstück, was die familiären Spannungen wieder aufleben lässt. Dirk Hordorff, Vizepräsident des Deutschen Tennis-Bunds, beschreibt Zverev als emotionalen und perfektionistischen Charakter, der seit seiner Kindheit nicht immer als pünktlich wahrgenommen wurde.
Die öffentliche Meinung über Zverev ist gespalten. Während einige ihn als überheblich empfinden, sehen andere in ihm einen Menschen im Reifeprozess. In der Vergangenheit hatte Zverev mit negativen Schlagzeilen zu kämpfen, insbesondere in Bezug auf Gewaltvorwürfe von seiner Ex-Freundin Olga Sharypova, die jedoch nicht belegt sind. Zudem gibt es wenig erfreuliche Erwähnungen seines Verhaltens während der Corona-Pandemie, als er gegen Vorschriften verstieß.
Berufliche Strategie und zukünftige Pläne
In Bezug auf seine Karriere hat Zverev einige wichtige Entscheidungen getroffen. Derzeit hat er sich von der Federer-Agentur Team8 getrennt und einen Rechtsstreit mit seinem ehemaligen Manager Patricio Apey gewonnen. Sein Bruder Mischa Zverev kümmert sich um das Management, während die Familie langfristige Partnerschaften mit deutschen Unternehmen anstrebt. Zurzeit hat Zverev Sponsoren wie Adidas, Head und EA Sports, während Peugeot als Sponsor ausgestiegen ist.
Zverevs Ambitionen sind klar – er möchte ein Vorbild für Kinder in Deutschland sein und plant, Gutes zu tun, unter anderem durch Charity-Aktionen. Trotz seiner emotionalen Herausforderungen in der Vergangenheit, wie er in einem Turnier gegenüber seinem Vater reagierte, zeigt Zverev eine engagierte Haltung. Er hat erfolgreich im Jahr 2020 das Halbfinale der Australian Open und das Finale der US Open erreicht, was seine sportliche Leistungsfähigkeit unter Beweis stellt.
Aktuell konzentriert sich Zverev intensiv auf das Training mit dem Ziel, eines Tages einen Grand-Slam-Titel zu gewinnen. Er hat den Urlaub zurückgestellt, um seine Wettkampfform zu steigern. Zverev bleibt optimistisch, dass seine beste Zeit als Tennisspieler noch bevorsteht. Seinen Willen, private und sportliche Probleme besser zu trennen, zeigt er durch disziplinierte Trainingsroutinen und die Unterstützung seines Vaters, der wieder sein Trainer ist. Auch eine mögliche Zusammenarbeit mit Boris Becker steht noch im Raum.