
Eine Delegation aus Wisconsin besuchte am 1. April 2025 die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), geleitet von Gouverneur Tony Evers. Dieser Besuch zielt darauf ab, die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Hessen und Wisconsin zu stärken. JLU-Präsidentin Prof. Dr. Katharina Lorenz empfing die Delegation im Senatssaal und begann damit einen Dialog über die bestehenden bilateralen Verbindungen zwischen der Hochschule und mehreren Universitäten in Wisconsin.
Die JLU hat eine einzigartige Rolle in der transatlantischen Kooperation, da sie die einzige Hochschule war, die von der Delegation besucht wurde. Präsidentin Lorenz betonte die kontinuierlichen Bemühungen der JLU, den akademischen Austausch und die Zusammenarbeit zu fördern. Die JLU pflegt eine enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachbereichen seiner Partneruniversitäten in Wisconsin, einschließlich des University of Wisconsin Systems.
Delegation und ihre Aktivitäten
Während ihres Besuchs erhielten die Delegationsmitglieder Einblicke in die aktuellen Projekte der JLU, die auf Forschungs- und Lehraktivitäten in Kooperation mit Universitäten in Wisconsin abzielen. Prof. Dr. Thilo Marauhn und Prof. Dr. Michael Knipper berichteten von ihren positiven Erfahrungen innerhalb der Zusammenarbeit. Insbesondere hat Prof. Marauhn eine virtuelle internationale Winter School im Rahmen des Landeshochschulprogramms Hessen-Wisconsin organisiert, die den Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern fördert.
Anlässlich des Besuchs hielt die Delegation auch eine Andacht an der Stele für Mildred Harnack-Fish, einer JLU-Alumna und Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus. Der Austausch mit zwei JLU-Alumni, die ein Semester an der University of Wisconsin in Milwaukee verbracht haben, trägt dazu bei, die persönlichen Erfahrungen und kulturellen Unterschiede zwischen den beiden Hochschulen zu verdeutlichen.
Stipendien und Programme
Ein zentrales Element der bilateralen Beziehungen ist das Mildred-Harnack-Fish-Stipendium, das jährlich an Studierende der Universitäten Wisconsin-Milwaukee und Wisconsin-Madison vergeben wird, um einen Aufenthalt an der JLU zu ermöglichen. Diese Stipendien unterstützen die akademische Mobilität und stärken die transatlantischen Verbindungen.
Das Landeshochschulprogramm Hessen-Wisconsin, das im Jahr 1998 von der JLU koordiniert wird, ermöglicht hessischen Studierenden ein Semester an einer Hochschule des University of Wisconsin Systems ohne Studiengebühren zu studieren. Dieses Programm hat über 2.000 Studierenden eine wertvolle internationale Erfahrung ermöglicht. Die Teilnehmer müssen dabei besondere akademische Leistungen sowie gute Englischkenntnisse nachweisen, und der Bewerbungsprozess ist strukturiert und klar definiert.
Die Landespartnerschaft zwischen Hessen und Wisconsin besteht seit 1976 und zeigt, wie wichtig der akademische und kulturelle Austausch zwischen den beiden Regionen ist. Im Jahr 2026 wird ein Jubiläum gefeiert, auf das sich die JLU aktiv vorbereitet.
Die Rolle der Universitäten
In einem breiteren Kontext engagieren sich deutsche Universitäten zunehmend in der Entwicklung von Studiengängen im Ausland. Transnationale Bildung gewinnt an Bedeutung in den Internationalisierungsstrategien dieser Institutionen. Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat 2013 einen Verhaltenskodex verabschiedet, der qualitative Mindestanforderungen für deutsche Hochschulprojekte im Ausland definiert. Diese Anforderungen fördern ein qualitätsbewusstes und interkulturell sensibles Lernen und Arbeiten im globalen Hochschulvergleich.
Zusammengefasst zeigt der Besuch der Delegation aus Wisconsin nicht nur die Bedeutung der wirtschaftlichen und akademischen Verbindungen, sondern unterstreicht auch die Rolle der JLU als aktiven Gestalter in der transatlantischen Hochschule der Zukunft.